Zwergenaufstand: Barca und Real werden geärgert

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"Du, die sind gar nicht schlecht!" So oder so ähnlich könnte lauten, was Cristiano Ronaldo hier seinem Real-Teamkollegen Mesut Özil am Rande des Spiels gegen Levante (0:1) flüstert

München - In einigen europäischen Ligen trotzen derzeit kleinere, finanzschwächere Klubs dem Fußball-Establishment. In Spanien etwa steht ein Verein auf Platz zwei zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid.

Schon einmal von UD Levante gehört? Kurze Aufklärung: Union Deportiva Levante wurde im Jahr 1909 gegründet und ist der älteste Fußballverein im spanischen Valencia. Seitdem aber 1919 auch der FC Valencia an den Start ging, steht UD Levante klar im Schatten des Stadtrivalen.

Jetzt haben sich kurzfristig die Zeichen geändert: UD Levante ist derzeit in der Primera Divison Tabellenzweiter, schön eingerahmt von Champions-League-Sieger FC Barcelona und den Königlichen von Real Madrid - und drei Plätze vor dem FC Valencia. Zuletzt gab es sogar einen historischen 1:0-Erfolg gegen Real.

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Es ist sicher nur eine Momentaufnahme. Dennoch ist UD Levante, das mit 20 Millionen Euro gerade einmal fünf Prozent des Jahresetats von Barca erreicht, derzeit nicht der einzige kleine(re) Verein, der den Großen der Branche trotzt. In Englands Premier League etwa ist überraschend Newcastle United als aktueller Vierter in die Phalanx der Groß-Klubs aus Manchester, London oder Liverpool eingebrochen.

Dabei hatte der skurille Besitzer Mike Ashley zuletzt den Kurs geändert und viele Topverdiener abgegeben. Newcastle, mit dem ehemaligen Hoffenheimer Demba Ba im Sturm, beeindruckt nun aber mit Teamgeist und guter Defensivarbeit. Mit nur vier Gegentreffern verfügt Newcastle aktuell über die beste Abwehr Englands.

Auch in Italien müssen sich abgesehen von Spitzenreiter Juventus Turin die Topklubs derzeit hinten anstellen. Der AC Mailand als 15. und Inter als 17. spielen in der Serie A sogar nur eine untergeordnete Rolle. Aber auch der AS Rom (6.), Lazio mit Torjäger Miroslav Klose (7.) oder der AC Florenz (9.) hinken den Erwartungen hinterher.

Dafür stehen hinter Juve in Udinese Calcio, SSC Neapel, US Palermo und Cagliari Calcio Teams, die keiner so richtig auf dem Zettel hatte. Vor allem der Aufschwung von Cagliari kommt unverhofft. Seit 2000 hat der Klub von der Urlauberinsel Sardinien bereits 20 Trainer verschlissen. Massimo Ficcadenti ist Nummer 21 und soll endlich für mehr Konstanz sorgen.

Auch in Österreich geht ein „Kleiner“ den „Großen“ aus Wien und Salzburg momentan gehörig auf die Nerven: Der FC Admira Wacker Mödling, ein Fusionsverein aus dem SC Wacker aus Wien und dem FC Wacker aus Maria Enzersdorf, steht an der Spitze. Erst am Wochenende hatte es einen 4:3-Erfolg gegen Rekordmeister Rapid Wien, derzeit Tabellenvierter, gegeben. Auch Austria Wien und RB Salzburg müssen Admira Wacker derzeit den Vortritt lassen. Dabei ist der Verein nach fünf Jahren Abstinenz erst wieder aufgestiegen.

In der Schweiz führt der FC Luzern nach elf Spieltagen die Tabelle an - auch ein nicht alltägliches Bild. Bei den Eidgenossen gibt normalerweise der FC Basel die Richtung vor. Das Team von Ex-Bayern-Profi Torsten Fink ist mit fünf Punkten Rückstand derzeit aber nur Fünfter. In den Niederlanden trotzt erneut das kleine AZ Alkmaar, schon einmal 2009 unter Louis van Gaal überraschend Meister geworden, dem PSV Eindhoven und Ajax Amsterdam.

Es ist anzunehmen, dass am Saisonende von den kleine(re)n Klubs, die jetzt den „Aufstand“ wagen, nur noch wenige im Rampenlicht stehen werden. Auch von UD Levante, 2008 nur durch ein Benefizspiel der Liga gerettet, wird vermutlich keiner mehr sprechen. Dann werden wieder Barca, Real oder auch der FC Valancia das Rennen machen. Aber die beste Platzierung der Klubhistorie ist für Levante trotzdem realistisch: Dies war Platz zehn im Jahr 1964...

sid

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