Veh will "den Mist nicht mehr hören"

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Armin Veh ist sauer.

Aue/Frankfurt - Eintracht Frankfurt bleibt nach dem Sieg bei Erzgebirge Aue im Montagsspiel der Zweiten Liga weiter ungeschlagen auf Aufstiegskurs. Trainer Armin Veh ist dennoch sauer.

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Nach dem Schlusspfiff gab Armin Veh mehr Gas als seine Schützlinge zuvor auf dem Platz. „Ich kann den Mist nicht mehr hören, dass wir durchmarschieren. Wer so etwas sagt, hat von Fußball keine Ahnung“, sagte der Trainer von Eintracht Frankfurt. Vehs Laune nach dem durchwachsenen Auftritt seines Teams beim glücklichen 2:1 (1:1) im Montagsspiel des 14. Spieltags bei Erzgebirge Aue hätte schlechter kaum sein können.

Vor allem die Erwartungshaltung an den Bundesliga-Absteiger ist dem genervten Veh ein Dorn im Auge. „Es ist ein Witz, wenn alle denken, dass es eine Kleinigkeit ist, aufzusteigen. Wir sind immer die Gejagten und müssen uns an jedem Spieltag beweisen“, sagte der ehemalige Meistertrainer: „Unser Kader ist stark genug, um den Aufstieg zu schaffen. Aber es ist ein stetiger Kampf.“

Dabei belegt die Statistik des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) genau das, was Veh so vehement bestreitet. Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf (34 Punkte) und der Tabellenzweite aus der Mainmetropole (32) sind in der laufenden Saison die einzig ungeschlagenen Mannschaften im deutschen Profifußball. In der Geschichte der 2. Liga sind bislang alle Klubs, die eine derartige Serie zu Beginn einer Spielzeit hingelegt haben, am Ende auch aufgestiegen.

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Bis zum Rekord hat die Eintracht, die nun zwei Zähler vor dem Tabellendritten SpVgg Greuther Fürth liegt, wie auch die Fortuna allerdings noch einen weiten Weg vor sich. Die Bestmarke hält der 1. FC Köln, der in seiner Aufstiegssaison 2002/2003 in den ersten 25 Partien ungeschlagen geblieben war.

Von irgendwelchen Rekorden wollte Veh nach dem Sieg vor 8600 Zuschauern im Erzgebirge-Stadion ohnehin nichts wissen. Auch die Spieler kriegten ihr Fett weg. „Wir sind glücklich über den Sieg, aber über die Leistung bin ich verärgert. Das war schwach, wir hätten auch verlieren können. Aue hat in der zweiten Halbzeit gut gespielt, und wir haben nicht zu unserem Spiel gefunden“, sagte der Coach: „Wichtig ist aber, dass wir gewinnen, wenn wir auch mal nicht so gut spielen.“

In den 90 Minuten zuvor hatte der österreichische Nationalspieler Erwin Hoffer, der den Vorzug gegenüber dem Griechen Theofanis Gekas erhalten hatte, die Eintracht in Führung gebracht (40.). Kurz darauf schaffte Ronny König den Ausgleich (45.). Nach dem Platzverweis gegen Adli Lachheb (74.) wegen einer Notbremse sorgte der Kameruner Mohammadou Idrissou für die Entscheidung gegen zehn Auer (86.). Für die Eintracht war es bereits der zwölte Saisontreffer in der Schlussviertelstunde bei null Gegentoren.

„Das Tor am Ende hat gezeigt, dass wir unbedingt gewinnen wollten“, sagte Hoffer. Matchwinner Idrissou sprach dagegen von einem „dreckigen Sieg“ gegen den Tabellenzwölften. Ähnlich sah es der Frankfurter Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen: „Wir haben in der zweiten Halbzeit völlig den Faden verloren - aber Hauptsache gewonnen.“

SID

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