"Zwanziger will die Reißleine ziehen"

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Reiner Milkoreit ist Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes.

Berlin - Theo Zwanziger will nun doch früher als ursprünglich angedacht seinen Posten als Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) räumen. Im Interview spricht Rainer Milkoreit über Theo Zwanziger.

Der DFB-Chef plant bereits für das kommende Frühjahr seinen Abgang, der eigentlich erst im Oktober 2012 erfolgen sollte. Rainer Milkoreit, der Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes (NOFV), sieht den vorzeitigen Rückzug Zwanzigers als einen Versuch des Selbstschutzes, nachdem zuletzt die Kritik an Zwanzigers inszeniert wirkendem Rückzug lauter geworden war. “Er will die Reißleine ziehen, um weitere Angriffe von außen zu verhindern“, sagte Milkoreit vor dem Treffen der Vorsitzenden der Landesverbände am Donnerstag in Frankfurt.

Herr Milkoreit, DFB-Präsident Theo Zwanziger will nun doch schon früher abtreten als ursprünglich von ihm anvisiert. Er könne sich den Februar oder März 2012 als Zeitpunkt vorstellen. Kommt dieser Schritt für Sie überraschend?

Rainer Milkoreit: Nein, überhaupt nicht. Das ist keine Überraschung. Seine erste Entscheidung, generell früher aufzuhören - die kam völlig überraschend, das war ein richtiger Schock für uns, eine äußerst negative Überraschung.

Wieso überrascht Sie der neue Zeitpunkt nicht?

Milkoreit: Weil die jetzige Entscheidung der ganzen Entwicklung geschuldet ist. Das bekommt ja alles eine ganz eigene Dynamik. Ich denke, er will die Reißleine ziehen, um weitere Angriffe von außen zu verhindern.

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Und um vielleicht noch früher den Weg für Wolfgang Niersbach, seinen designierten Nachfolger, freizumachen. Wie sehen Sie die Rolle von Niersbach?

Milkoreit: Er ist die beste Lösung nach Zwanziger. Wolfgang Niersbach ist seit fast 30 Jahren beim DFB tätig, er hat sich in seiner Arbeit so etabliert und ist bei der FIFA (Weltverband, Anm.d.Red.) und der UEFA (europäischer Verband, Anm.d.Red.) bekannt und anerkannt. Außerdem verfügt er über die nötige Fußball-Kompetenz.

Was erwarten Sie sich von dem Treffen der Landesverbände?

Milkoreit: Da geht es zunächst einmal darum, den möglichen Termin des Rückzugs von Zwanziger zu erörtern und zu sehen, welche Arbeit bis dahin geleistet werden muss und auf was wir uns einstellen müssen. Und dann folgt irgendwann ja der außerordentliche Bundestag, bei dem sein Nachfolger gewählt wird.

dapd

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