Zwanziger: Keine Schutzsperren für Schiedsrichter

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DFB-Präsident Theo Zwanziger lehnt Schutzsperren für verdächtige Schiedsrichter ab

Koblenz - DFB-Präsident Theo Zwanziger lehnt Schutzsperren für die der Steuerhinterziehung verdächtigen Schiedsrichter zum jetzigen Zeitpunkt kategorisch ab. Er machte aber auch ein Geständnis.

In der Rhein-Zeitung stellte der Fußball-Funktionär klar, dass “Verdacht und Beweis noch lange nicht das gleiche sind. Im Moment belastet mich der Sachverhalt weniger.“

Zwanziger räumte ein, seit April davon zu wissen, dass der ehemalige FIFA-Referee Michael Kempter schon 2009 wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde. “Im Moment ist dieser Vorgang für uns irrelevant“, sagte der 66-Jährige. Kempter war einer Steuerstrafe von 23.750 Euro verurteilt worden, er gilt als vorbestraft.

Die DFB-Pokal-Sieger seit 1985

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Die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes in Frankfurt am Main war am Montag von Beamten der Steuerfahndung durchsucht worden. Die Steuerfahnder hätten Einsicht in Unterlagen aus dem Schiedsrichterbereich genommen, erklärte der DFB. Hintergrund der Maßnahme, so der DFB, sei der Verdacht, dass Schiedsrichter ihre Einnahmen nicht ordnungsgemäß versteuert hätten.

Amerell soll Ermittlungen in Gang gebracht haben

Ins Rollen gebracht hat die Welle der Überprüfungen von Schiedsrichtern Medienberichten zufolge eine Anzeige von Manfred Amerell. Mit diesem setzt sich Kempter schon seit längerem juristisch auseinander. Amerell stellte den Informationen zufolge die Anzeige bei der Bezirksfinanzdirektion Augsburg, nachdem ihm während des Verfahrens wegen sexueller Nötigung immer wieder finanzielle Unregelmäßigkeiten bei den Einkünften von Kempter aufgefallen waren.

Mit Blick auf den schwelenden Konflikt mit dem ehemaligen Schiedsrichter-Boss Amerell hat der DFB mittlerweile einen Mediator eingesetzt, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. “Amerell hat schon zu Beginn der Affäre gesagt, dass er sich manchmal auf den Gleisen sieht“, unterstrich Zwanziger: “Der Fall ist sensibler als mancher denkt.“

dapd

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