Zwanziger erhält Bundesverdienstkreuz

Frankfurt - Große Ehre für den scheidenden DFB-Präsidenten Theo Zwanziger: Er wird zum Abschied mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Theo Zwanziger will sich mit einer höchst emotionalen Rede und einigen mahnenden Worten vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) verabschieden, anschließend wird der scheidende Präsident noch für sein großes soziales Engagement gewürdigt: Der 66 Jahre alte Jurist aus Altendiez erhält auf dem DFB-Bundestag am Freitag von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich das Große Bundesverdienstkreuz. Verzichten wird Zwanziger aber im Gegensatz zu seinen Vorgängern Egidius Braun und Gerhard Mayer-Vorfelder auf den Titel des DFB-Ehrenpräsidenten: „Das kommt für mich nicht infrage!“

Vor der Ehrung wird Zwanziger, der sich bereits am Dienstag bei Kaffee und Kuchen in Bremen von der deutschen Fußball-Nationalmannschaft verabschiedet hatte, vor den 260 Delegierten noch einmal Stellung zu seiner Amtszeit und seinem vorzeitigen Rückzug beziehen. „Es war eine unvergessliche Zeit, aber ich war immer ein Projektarbeiter, und jetzt ist der richtige Zeitpunkt zu gehen“, wird Zwanziger erklären. Großes Ansehen in seiner achtjährigen Amtszeit hatte Zwanziger vor allem durch seine Rede zum Selbstmord des Nationaltorwarts Robert Enke im Jahr 2009 erworben.

Die mächtigsten Männer im deutschen Fußball

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Nach mehr als 20 Jahren beim DFB wird sich Zwanziger in Zukunft ganz seinen Aufgaben beim Weltverband widmen. Als Mitglied der umstrittenen FIFA-Exekutive plant Zwanziger unter anderem eine Altersgrenze für die Funktionäre. „Wir arbeiten daran, eine Altersgrenze von 72 Jahren bei der FIFA durchzusetzen. Nach Gesprächen mit FIFA-Boss Joseph S. Blatter am Rande der Frauenfußball-WM war für mich klar, dass ich daran mitwirken will, die Reformen bei der FIFA durchzusetzen“, sagte Zwanziger dem SID.

Zwanziger will zudem als Vorsitzender der Statutenkommission weitere Neuerungen auf den Weg bringen. So soll in Kürze auch die Zusammensetzung des für Regeländerungen zuständigen International Football Association Board (IFAB) geändert werden. Das Board soll auf eine zweistellige Mitgliederzahl vergrößert werden. Damit sollen die Entscheidungen des IFAB transparenter werden.

Eine wichtige Entscheidung des IFAB wird für den 2. Juli erwartet, wenn endgültig über die Einführung der Torlinien-Technik geurteilt werden soll. Damit fällt die Entscheidung einen Tag nach dem Finale der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine auf einer Sondersitzung. Das IFAB wird zuvor bei einem Meeting am 3. März in England die Ergebnisse der ersten Testphase auswerten.

FIFA-Präsident Blatter, lange ein Gegner der Technik im Fußball, hatte nach mit dem nicht gegebenen Treffer von Frank Lampard im Achtelfinale der WM 2010 in Südafrika gegen Deutschland (1:4) seine Meinung geändert. Blatters möglicher Nachfolger als FIFA-Boss, UEFA-Präsident Michel Platini, steht der Einführung einer Torlinien-Technik kritisch gegenüber. „Ich finde, es ist keine gute Idee. Wir fangen damit an, als nächstes kommen dann die Abseitsentscheidungen“, sagte Platini. Der Franzose favorisiert den Einsatz von zwei Torrichtern.

SID

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