Köpke: Neuer bei EM im Tor

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Manuel Neuer wird bei der Europameisterschaft im Tor der Nationalmannschaft stehen.

Mainz - Manuel Neuer wird bei der Europameisterschaft im Tor der Nationalmannschaft stehen. Dafür hat Bundestorwarttrainer Andy Köpke auch eine Erklärung mitgeliefert.

Der erste Stammplatz bei der Fußball-EM ist offiziell vergeben: Manuel Neuer wird bei der Titelmission in Polen und der Ukraine im Tor der deutschen Nationalmannschaft stehen. Ungeachtet der bislang noch nicht überragenden Saison des 25 Jahre alten Schlussmanns beim FC Bayern München hat Bundestorwarttrainer Andreas Köpke Deutschlands Fußballer des Jahres bereits vier Monate vor dem Auftaktspiel der DFB-Auswahl gegen Portugal am 9. Juni als unangefochtene Stammkraft ausgerufen. Der Bremer Tim Wiese (30) und der seit Sonntag 23 Jahre alte Ron-Robert Zieler von Hannover 96 gehen als erste Anwärter auf die zwei weiteren Torhüterplätze ins EM-Jahr - jedoch bedrängt vom Gladbacher Marc-André ter Stegen.

An Neuers Führungsposition ließ Köpke am Samstagabend im ZDF-Sportstudio erwartungsgemäß keinerlei Zweifel aufkommen. “Grundsätzlich hat Manuel sich als Nummer 1 etabliert durch die wirklich gute Weltmeisterschaft, die er gespielt hat. Auch die Qualifikationsspiele danach hat er schon sehr, sehr gut gemacht. Deshalb gibt es da im Moment auch keine zwei Meinungen“, sagte der Assistent von Joachim Löw. “Der Bundestrainer hat das letzte Wort“, bemerkte Köpke grundsätzlich zu allen Nominierungsfragen.

Beim ersten Länderspiel des Jahres am 29. Februar in Bremen könnte allerdings Lokalmatador Wiese anstelle von Neuer im Tor stehen. “Das Spiel ist in Bremen. Also die Chance ist schon gegeben, dass Tim vielleicht spielt“, kündigte Köpke an. Bereits klar sei, dass für das Freundschaftsspiel lediglich zwei Torhüter nominiert werden.

Auch grobe Fehler wie beim Rückrundenstart in Gladbach würden nichts an Neuers Führungsstatus ändern, betonte Köpke. Bei Bayern habe der 25-Jährige “sein Spiel ein bisschen umstellen müssen“. Auf Schalke habe er “wesentlich mehr zu tun bekommen“, schilderte Köpke: “Ich glaube, dass er auf keinen Fall schlechter geworden ist.“

Neuer war nach dem verletzungsbedingten Ausfall des Leverkuseners René Adler vor der WM 2010 zur Nummer 1 aufgestiegen. Beim Turnier in Südafrika kassierte er bei seinen sechs Einsätzen nur drei Gegentore. In bislang 25 Länderspielen kam Deutschlands amtierender Fußballer des Jahres auf 21 Siege und nur zwei Niederlagen. “Er wird bei der EM ein bisschen mehr zu tun bekommen“, prophezeite Köpke vorausschauend auf die schwere Vorrundengruppe mit Portugal, Holland und Dänemark.

Hinter Neuer sei der Konkurrenzkampf “enger“ geworden, erklärte Köpke. Insbesondere der erst 19-jährige ter Stegen halte “richtig gut“, seit er die Nummer 1 in Gladbach sei. Der hochgelobte ter Stegen liegt in der Bundesliga in mehreren Statistiken wie zum Beispiel abgewehrten Bällen vorne. “Wenn es nach diesen Statistiken geht oder Meinungsumfragen, haben wir fast bei jedem Länderspiel zwei andere Torhüter dabei“, bemerkte Köpke einschränkend.

“Wir haben uns im Moment auf unsere Torhüter festgelegt. Wir vertrauen diesen Jungs auch“, sagte der Bundestorwarttrainer zum Trio Neuer, Weise, Zieler und fügte hinzu: “Sie können auch einmal einen Wackler haben oder einen Fehler machen.“

Die sportliche Leitung um Bundestrainer Löw werde bis zur Nominierung des EM-Kaders Anfang Mai “die ganze Situation weiter beobachten“, kündigte Köpke an. “Es kann auch relativ schnell gehen, wenn sich jemand verletzt“, sagte er mit Verweis auf 2010. Vor der Weltmeisterschaft hatte sich der zur Nummer 1 erklärte Leverkusener René Adler verletzt, Neuer rückte auf und stand in Südafrika im Tor. “Das zeigt, wie schnell es geht“, bemerkte Köpke.

Joachim Löw wird voraussichtlich keinen erweiterten Kader für die EM-Endrunde nominieren. Anstatt zunächst 27 Spieler zu berufen und sein Aufgebot kurz vor der EM auf 23 Profis zu verkleinern, möchte Löw in diesem Jahr offensichtlich von Anfang an mit dem endgültigen EM-Kader arbeiten. Damit würde Löw von seiner Vorgehensweise im Vorfeld der EM 2008 und der WM 2010 abweichen. „Die Tendenz geht eindeutig zum 23er-Kader“, sagte Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff der Bild am Sonntag.

dpa/sid

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