Arjen Robben: "Reus hatte vielleicht Angst"

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Für Arjen Robben waren die letzten Monate nicht einfach. Sein Lachen hat er in Katar aber wieder gefunden.

Doha - Nach zwei schweren Verletzungen und dem Seuchenjahr 2011 nimmt Arjen Robben beim FC Bayern derzeit einen neuen Anlauf. Ganz ausgestanden sind seine Probleme aber noch nicht.

Arjen Robben, nach einem für Sie persönlich schweren 2011 - mit welchen Zielen starten Sie ins neue Jahr?

Arjen Robben: „Fit zu bleiben - aber ich weiß nicht, ob das so einfach ist für mich. Ich will wieder viel spielen und wieder Spaß haben am Fußball. Es war schwierig in den letzten Monaten für mich, ich hoffe, dass es jetzt wieder bergauf geht.“

Haben Sie nach der langen Pause noch Probleme?

Robben: „In den letzten Wochen der Hinrunde habe ich immer noch ein bisschen Schmerzen gehabt, und jetzt ist es immer noch nicht völlig weg. Aber es ist jetzt so, dass ich gut trainieren kann. Und das ist das Wichtigste.“

Was können Sie selbst dafür tun, die Verletzungsgefahr zu minimieren?

Robben: „Vielleicht beten? Nein, ich tue alles für meinen Beruf, lebe für den Fußball. Es ist vielleicht schwer zu glauben, aber seit ich hier bin, ist es mit meiner Verletzungsanfälligkeit besser geworden. Doch die beiden letzten Verletzungen waren ganz, ganz schwer, die haben mir viel Zeit geraubt.“

Audi A1 für den FC Bayern Star Robben

Audi A1 für den FC-Bayern-Star Robben

Haben Sie deshalb so emotional reagiert nach den beiden Toren gegen Werder Bremen?

Robben: „Ja, da habe ich nochmal über diese Zeit nachgedacht, da kamen die Emotionen ein bisschen raus. Es war einfach eine Scheißzeit. Die Unsicherheit war das Schlimmste, ich musste ja immer wieder abwarten. Bei einem Faserriss oder einer Sprunggelenksverletzung weißt du etwa, wie lange es dauert. Aber das war bei mir nicht so. Immer diese Rückschläge, da hilft es nur, Witze zu machen.“

Wie glücklich waren Sie darüber, dass Ihnen Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und die anderen Verantwortlichen da geholfen haben?

Robben: „Der FC Bayern ist ein Familienverein. Ich war schon bei Real Madrid und dem FC Chelsea, aber beim FC Bayern geht es ein bisschen anders zu, das gefällt mir ganz gut. Die Unterstützung hat sehr gut getan. Der Verein hat viel mit mir gesprochen. Dafür bin ich dankbar.“

So sehr, dass Sie Ihren 2013 auslaufenden Vertrag vorzeitig verlängern werden?

Robben: „Der Verein weiß, wie ich darüber denke. Ich fühle mich wohl hier und ich sehe im Moment keinen Grund wegzugehen. Aber das hat für mich im Moment nicht Priorität. Priorität hat es, zu spielen und wieder wichtig zu werden für die Mannschaft.“

Sie wollen mit einer Entscheidung aber nicht bis zur kommenden Saison warten, oder?

Robben: „Nein. Ich glaube, das wird in der nächsten Zeit wahrscheinlich kommen, ist es nicht Januar, ist es Februar oder März. Aber bald glaube ich schon. Wenn ein Vertrag ausläuft, wartet der Verein nicht bis zum letzten Vertragsjahr, denn dann bist du ablösefrei.“

Wollen Sie sich für die Hilfe auch auf dem Platz revanchieren? Wo können Sie sich noch steigern?

Robben: „Ich glaube, dass ich in meinem ersten Jahr hier das vielleicht beste Jahr meiner Karriere hatte. Aber ich hoffe, dass die beste Zeit noch kommt. Wenn ich wieder hundertprozentig fit bin, weiß ich, was ich leisten kann.“

Wie sehr hat es Sie gefreut, dass Marco Reus, der auch auf Ihrer Position spielen kann, nicht nach München gekommen ist?

Robben: „Das war für mich überhaupt kein Thema. Vielleicht ist er deshalb auch zu Dortmund gegangen, weil er Angst hatte, dass er bei Bayern München nicht spielen würde, weil wir schon zwei gute Flügel haben.“

Zuletzt wurden immer mal Vorwürfe laut, wonach Sie zu egoistisch spielten. Hat Sie das geränkt?

Robben: „Das hat mich am Anfang ein bisschen geärgert, später konnte ich darüber lachen, es ist ja auch lächerlich. Da waren Geschichten dabei, wo ich mich fragte: Machen die mich lächerlich oder doch eher sich selbst?“

Sind Sie ein Egoist?

Robben: „Ich bin ein Super-Egoist, ich denke nur an mich selbst, nur Arjen Robben ist wichtig, Bayern nicht. Nein, das ist doch Wahnsinn! Egoismus ist auch eine Qualität für einen Offensivspieler. Es darf nur nicht so sein, dass er darüber die Mannschaft benachteiligt. Natürlich trifft man da manchmal die falsche Wahl, aber das ist Fußball.“

Wegen Ihrer Verletzung konnten Sie auch bei der 0: 3-Niederlage der niederländischen Nationalmannschaft gegen Deutschland nicht spielen. Was war nach dieser Pleite bei den Bayern los?

Robben: „Ich musste mir ahören, dass sie uns weggeputzt haben. Das Spiel war peinlich, am Tag danach wäre ich am liebsten zu Hause geblieben. Ich hoffe, dass wir bei der EM den Spieß umdrehen.“

SID

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