Darum darf Zieler gegen Ukraine ins Tor

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Ron-Robert Zieler beim Training mit der Nationalelf.

Hamburg - Manuel Neuer bekommt in der Nationalmannschaft eine Pause. Bundestrainer Jogi Löw erklärt, warum er den Hannoveraner Ron-Robert Zieler auf jeden Fall zu seinem Debüt kommen lässt.

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Am Freitag wird Torhüter Ron-Robert Zieler in Kiew von Einigkeit und Recht und Freiheit singen. Mit einem Klos im Hals und einem nervösen Grummeln in der Magengegend: Länderspieldebüt nach gerade einmal 27 Bundesligaeinsätzen. “Er wird auf jeden Fall spielen, ob nun in der ersten oder in der zweiten Hälfte oder eventuell sogar 90 Minuten“, sagte Bundestrainer Joachim Löw am Mittwoch und legte sich auf einen Einsatz des 22-Jährigen im Testspiel in der Ukraine fest. Für Zieler wird es der bisherige Höhepunkt seiner Blitzkarriere.

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Noch vor zehn Monaten war sein Name fast nur Eingeweihten ein Begriff. Bankdrücker bei Hannover 96, viel Talent, wenig Erfahrung. Ein Keeper, der noch reifen muss. Doch 96-Trainer Mirko Slomka sah mehr in dem jungen Mann mit dem zurückhaltenden Auftreten und dem zupackenden Spiel. Am 16. Januar 2011 schenkte er ihm erstmals das Vertrauen, Zieler zahlt seitdem zurück. Mitspielend, wissbegierig und souverän.

“Er spielt mit und ist technisch gut“

“Er gehört zur neuen Torwart-Generation. Er spielt mit und ist technisch gut“, lobt Löw den gebürtigen Kölner, den er bei den Spielen gegen Österreich und Polen Anfang September erstmals in sein Aufgebot berufen hatte. Zieler reiste mit leuchtenden Augen an und mit glücklichem Lächeln wieder ab. Er hatte Blut geleckt. “Einsätze für Deutschland waren für mich schon immer etwas ganz Besonderes“, sagt der Schlussmann, der 2008 im DFB-Dress U19-Europameister wurde. Nun folgt ein weiterer Schritt auf dem Weg nach oben.

“Ich bin froh darüber, dass Ron Erfahrung auf internationaler Bühne sammeln kann. Er wird dort eine Menge lernen und mitnehmen. Es ist gut, dass er bei den Großen dabei ist“, sagt Slomka, der schon einmal ein gutes Auge für außergewöhnliches Talent im Tor bewies. Als Trainer von Schalke 04 machte er 2006 Manuel Neuer zum Stammkeeper. Auch Neuer zahlte zurück. Mitspielend, wissbegierig und souverän. Inzwischen ist er die Nummer Eins bei Bayern München und in der Nationalmannschaft.

Bei Hannover zuletzt mit Leistungsschwankungen

Für das Spiel in der Ukraine bekam Neuer von Löw jedoch eine Pause verordnet. Zieler soll sich beweisen. Leistungsschwankungen, wie zuletzt im 96-Trikot, darf sich der Torwart dabei nicht leisten. Die Konkurrenz lauert. Da ist vor allem der Bremer Tim Wiese, da sind aber auch andere junge Torhüter wie Marc-Andre ter Stegen von Borussia Mönchengladbach. Löw hat im Hinblick auf die EURO im nächsten Jahr in Polen und der Ukraine die Qual der Wahl.

Zieler dürfte der Konkurrenzkampf nicht belasten. Er trainiert seit frühester Jugend mit den Besten. Im Alter von 16 Jahren holte ihn Sir Alex Ferguson zu Manchester United. Dort ließ sich Zieler von Ryan Giggs & Co. die Bälle um die Ohren schießen und lernte von Edwin van der Sar. Mit dem Niederländer herrscht noch heute SMS-Kontakt. “Man merkt, dass Zieler in England eine sehr gute Ausbildung genossen hat“, sagt Löw.

AP

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