Motor des Schweizer Spiels

Shaqiri: Über die WM zu Juve oder Liverpool?

+
Xherdan Shaqiri ist mit seiner Rolle beim FC Bayern unzufrieden - nutzt er die WM als Sprungbrett?

Brasília - Die Saison bei den Bayern war für Xherdan Shaqiri nicht leicht. Verletzungen und die starke Konkurrenz führten dazu, dass der Schweizer kaum spielte. Im Nationalteam ist er hingegen unumstritten - und international begehrt.

Xherdan Shaqiri fühlt sich wohl in seiner Rolle. Der kleine Wirbelwind ist im Team der Schweizer Dreh- und Angelpunkt - sowohl auf als auch neben dem Feld. Am Freitag im Topspiel der Gruppe E gegen Frankreich wird der Profi vom deutschen Meister FC Bayern München den Auftritt der Eidgenossen wahrscheinlich auf der Zehner-Position dirigieren. Dort, wo er schon beim Auftaktsieg gegen Ecuador in der zweiten Halbzeit wirbelte.

Shaqiri "pausenlos im Mittelpunkt"

Auch deshalb durfte sich der kleine Bayern-Profi als „Man of the match“ auszeichnen lassen. Die Fans wählten via Internet den bekanntesten Schweizer. Dass er insgesamt nur eine mittelmäßige Partie geboten hatte - geschenkt. „Andere Leute entscheiden das. Ich bin froh, dass ich den Preis habe“, sagte der 22 Jahre alte Mittelfeldspieler.

Der Bayern-Profi ist trotz seiner noch kurzen Karriere ungemein populär, er ist der Star der Eidgenossen. „Er steht im Kreis der Nationalmannschaft pausenlos im Mittelpunkt“, stellte die Schweizer Nachrichtenagentur si fest: „Jede Geste wird registriert, fast jedes zweite Statement ist eine Online-Zeile wert, jede Mimik löst zumindest ein Klicken bei den Fotografen aus.“

In Deutschland gilt Shaqiri eher als talentierter Bankdrücker, der im Star-Ensemble der Bayern keine große Rolle spielt. 17 Einsätze in der Bundesliga, drei in der Champions League machen keinen Stamm- und keinen Starspieler aus. Begehrt ist er trotzdem, angeblich sind Juventus Turin und Liverpool an dem flinken Ballkünstler interessiert.

Das sind die 25 wertvollsten WM-Fahrer

Das sind die 25 wertvollsten WM-Fahrer

Wahrscheinlich wäre der wuselige Dribbler zu ein paar mehr Einsätzen gekommen, wenn er nicht so viele Verletzungen erlitten und entsprechend häufig pausiert hätte. Mehrfach plagten ihn Muskelfaserrisse im Oberschenkel, auch zum Ende der Saison. „Im Moment denke ich nicht mehr daran“, versicherte Shaqiri: „Ich habe keine Angst, mich wieder zu verletzen.“ Zumindest gegen Ecuador rannte er unermüdlich, dribbelte und attackierte den Gegner.

Shaqiri ist der Star der Schweizer, aber kein Alleinunterhalter. Er ist ein Teamplayer. „Man erwartet von mir natürlich mehr, weil ich bei Bayern spiele“, sagte Shaqiri zu seiner Rolle: „Den Druck empfinde ich aber nicht als riesig. Unsere Ziele erreichen wir ohnehin in erster Linie gemeinsam.“

Er selber war daran gegen Ecuador beteiligt, als er von Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem Seitenwechsel von Außen ins zentrale Mittelfeld beordert wurde und dort nach schwachen 45 Minuten deutlich effektiver agierte. „Ich bin überall auf dem Platz, das will der Trainer auch“, erklärte Shaqiri. Am Freitag in Salvador gegen Frankreich wird sein Platz wohl zunächst im Zentrum sein. Dort kennt er sich ja bestens aus.

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare