Xavi: Die Deutschen haben eine Menge Talent

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Xavi spielt mit dem FC Barcelona beim Audi-Cup in München.

München -  Xavi erklärte vor dem Audi-Cup die Gründe für die Überlegenheit des FC Barcelona: Talent und Trainerphilosoph Guardiola geben den Ausschlag. Für die deutschen Kicker hat er viel Lob übrig.

Für Barcelonas Mittelfeldstar Xavi hat die derzeitige Überlegenheit des Champions-League-Siegers im europäischen Fußball einen ganz einfachen Grund. Barca habe natürlich „eine ganze Reihe von Spielern, die von Geburt viel mitbringen. Aber Pep (Trainer Josip Guardiola, d.Red.) hat uns einen weiteren Vorteil verschafft, weil wir durch ihn den Grund einer jeden Aktion kennen. Das Warum!“, sagte der 31 Jahre alte Nationalspieler im Interview mit der Süddeutschen Zeitung.

Es gebe viele Mannschaften, „die sehr gut spielen, aber nicht genau wissen, warum. Wo alles eher zufällig passiert“. Bei Barcelona sei dies anders. Da wüssten die Stars etwa, „warum wir auf einem Raum von zehn Metern Druck ausüben, um den Ball zurückzuerobern“ oder „warum wir uns zu einer Seite bewegen, um den Spielzug auf der gegenüberliegenden zu beenden“, erklärte Xavi.

Der Schlüssel zu allem ist laut Xavi „immer die Frage, wo sich Überzahlsituationen ergeben, um woanders Räume zu schaffen. Pep sagt uns vor jedem Spiel: Heute wird die Überzahl hier sein, oder da, oder dort. Und er trifft den Nagel eigentlich immer total auf den Kopf.“

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Doch neben seinem Erfolgscoach Guardiola hat Barcelona eben auch eine Menge Superstars im Team. Xavi selbst gilt derzeit als bester Mittelfeldspieler der Welt, aber der Welt- und Europameister sieht Lionel Messi noch eine Stufe höher.

„Dieser Kerl ist eine Bombe. Ich habe nie einen auch nur annähernd ebenbürtigen Spieler gesehen. Ich will den Peles und Maradonas nicht zu nahe treten, auch nicht den Di Stefanos oder Cruyffs. Von denen habe ich nie zehn Spiele in Serie gesehen. Aber der hier, Messi, der ist in jedem Spiel der Beste der Welt. In jedem Spiel!“, betonte Xavi.

Sein eigenes Erfolgsgeheimnis beschreibt der Barca-Kapitän so: „Ich habe keine privilegierte Physis, also muss ich schnell denken. Diese Art von Geschwindigkeit ist heute fast mehr wert als die pure physische Schnelligkeit.“ Dass er immer die Übersicht im Spiel behalte, sei „Überlebensinstinkt“.

Die Deutschen haben eine Menge Talent

Lob hat Xavi auch für einige deutsche Nationalspieler und den deutschen Fußball übrig, der sich „sehr“ verändert habe. „Was das Antlitz einer Mannschaft wandelt, ist Talent. Und davon haben die Deutschen heute eine Menge.“ Er nennt in diesem Zusammenhang Philipp Lahm, Mesut Özil, Lukas Podolski, Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger, aber auch Marko Marin oder Mario Götze.

Warum es für die DFB-Auswahl gegen Spanien trotzdem nicht zu Siegen im EM-Finale 2008 (0:1) und im WM-Habfinale 2010 (0:1) gereicht habe, liegt für Xavi auf der Hand: „Ich glaube, dass es entscheidend war, dass Deutschland sehr, sehr, sehr, sehr, sehr viel Respekt vor uns hatte.“

SID

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