Wutaktion: Fenerbahce-Fans stürmen Rasen

Ankara - Zornige Fans von Fenerbahce Istanbul haben am Donnerstag im Testspiel gegen Schachtjor Donezk einen Spielabbruch provoziert. Aus Protest stürmten Hunderte Vermummte das Spielfeld.

Aus Wut gegen den eigenen Verein, der im Zentrum des aktuellen Mainpulationsskandals im türkischen Fußball steht, haben Fans des Spitzenklubs Fenerbahce Istanbul am Donnerstag für einen Spielabbruch gesorgt. Während des Vorbereitungsspiels gegen den ukrainischen Meister Schachtjor Donezk stürmten Hunderte Anhänger in der 67. Minute das Spielfeld des Sükrü-Saracoglu-Stadions und sorgten dafür, dass die Partie nicht fortgesetzt werden konnte.

Die Fans waren zum Teil maskiert und trugen T-Shirts mit einem Bild des verhafteten Vereins-Präsidenten Aziz Yildirim, der einige Stunden vor dem Anpfiff in einem Brief seinen Rücktritt bekannt gegeben hatte. Medienvertreter wurden von Ordnern in Sicherheit gebracht, da sich die Wut auch gegen sie richtet.

Der türkische Fußball versinkt derzeit immer tiefer im Manipulationsskandal. Neben dem türkischen Meister Fenerbahce stehen auch Pokalsieger Besiktas, der die Trophäe vorige Woche vorerst wieder abgegeben hat, und Vizemeister Trabzonspor im Fokus der Ermittler. Gegnerische Spieler sollen bestochen worden sein, schlecht zu spielen oder gar nicht erst aufzulaufen.

Dutzende Offizielle und Profis wurden in den vergangenen Wochen verhört oder verhaftet, darunter Yildirim und Besiktas-Trainer Tayfur Havutcu. Die Supercup-Partie zwischen Pokalsieger und Meister wurde bis auf Weiteres verschoben worden, der für den 5. August geplante Ligastart ist ebenfalls noch nicht sicher. Der Verband hatte allerdings beschlossen, dass die drei Klubs in den Europapokal-Wettbewerben starten dürfen.

dapd

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