Falls es kurz vor Schluss remis steht ...

Vor USA: Hummels gibt "Dribbling-Versprechen"

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Mats Hummels auf dem Weg zur Pressekonferenz am Montag.

Santo André - Ein Tor, eine Verletzung und ein starker Start in die WM: Das "persönliche Empfinden" von Mats Hummels ist nach turbulenten Tagen in Brasilien "sehr gut". Doch der Verteidiger weiß seit dem EM-Aus 2012: Ein Spiel kann alles wieder ändern.

Ein WM-Versprechen gab Mats Hummels für das Gruppenfinale gegen die USA schon einmal ab. „Wenn es in der 91. Minute 1:1 stehen sollte, werde ich nicht als letzter Mann gegen vier Amerikaner ins Dribbling gehen“, sagte der Innenverteidiger und fügte an, „vielleicht gegen zwei Mann“.

Den kleinen Scherz zu dem einträglichen Resultat, das sowohl dem deutschen Team als auch den Amerikanern den Einzug in das Achtelfinale garantieren würde, konnte sich der 25-Jährige bei den vielen Nachfragen zu möglichen Absprachen am Donnerstag in Recife nicht verkneifen. Ernsthaft sagte er jedoch: „Wir werden definitiv auf Sieg spielen. Alles andere wäre anderen Nationen gegenüber relativ unfair.“

Der Weltmeisterschafts-Debütant Hummels hat in Brasilien auf dem Platz mit das Kommando übernommen. Beim 4:0 gegen Portugal in seinem ersten WM-Spiel traf er auch noch gleich mit dem Kopf. „Da ein Tor zu schießen, ist einer der größten Träume, die ich als Kind hatte.“ Danach kämpfte er mit einer Oberschenkelverletzung, die seinen Start in Partie Nummer zwei lange infrage stellte. Doch dann stand der Innenverteidiger beim 2:2 gegen Ghana wieder auf dem Platz und versuchte, im wilden Harakiri-Fußball den Gegner bei dessen Angriffen zu stoppen. „Für die Mannschaft kann man sagen, wir stehen sicher irgendwo zwischen dem Portugal- und dem Ghana-Spiel“, wertete Hummels.

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Der Abwehrspieler selbst, der in der WM-Saison 408 Minuten zusammen in der Innenverteidigung mit Per Mertesacker auflief, ist mit seinem WM-Einstand zufrieden. Inzwischen gewinnt er sogar einigen Verletzungspausen während der abgelaufenen Bundesligasaison etwas Positives ab. „Ich konnte relativ gut ausgeruht in das Ganze reingehen“, beschrieb der Verteidiger seinen WM-Weg. Rund 20 Spiele weniger als vielbelastete Profis habe er in den Knochen.

„Ich glaube, dass zumindest mein persönliches Empfinden sehr gut ist“, erklärte der BVB-Profi: „Aber ich weiß nicht erst seit 2012, dass ein Spiel den gesamten Eindruck relativ schnell schmälern oder korrigieren kann.“ Bei der Europameisterschaft vor zwei Jahren wurde der bittere Halbfinal-K.o. gegen Italien auch an ihm festgemacht.

Als Deutschland bei der WM 2006 ebenfalls im Halbfinale gegen die Squadra Azzurra scheiterte, war Hummels noch weit entfernt vom Nationalteam. Der damals 17-Jährige genoss die Zeit des Sommermärchens als Fan. „Die WM 2006 habe ich wie jeder andere in diesem Alter als Fußballanhänger mit als das geilste, was man als Fußballfan erleben kann, verfolgt“, erzählte er am Montag in Santo André. Jürgen Klinsmann sei darum als Mitgestalter in einem „positiven Bild“ haften geblieben, bemerkte Hummels. „Persönlich kennengelernt habe ich ihn nie.“ Das wird sich Donnerstag ändern.

dpa

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