Spezialkräfte von der Bank

Löws Portugal-Plan: Lahm im Mittelfeld

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Joachim Löw bei der Pressekonferenz am Donnerstag.

Santo André - Der Plan von Löw für den WM-Auftakt steht. Gegen den „Konter-Weltmeister“ Portugal setzt der Bundestrainer auf vier Innenverteidiger. Für seine Bankspieler hat Löw einen Spezialauftrag.

Mit Kapitän Philipp Lahm im Mittelfeld und „Spezialkräften“ von der Bank will Bundestrainer Joachim Löw das WM-Auftaktspiel gegen Portugal angehen. Schon beim letzten Test für die Fußball-Weltmeisterschaft gegen Armenien (6:1) hatte Bayern-Profi Lahm in der Zentrale vor der Abwehr gespielt. „Ich bin ziemlich sicher, dass dies auch die Lösung sein wird für Montag“, sagte Löw am Donnerstag in Santo André. Auch in seine Pläne für die anderen Positionen gab der DFB-Chefcoach vier Tage vor dem ersten Gruppenspiel in Salvador umfassend Einblicke.

Der Münchner Jérome Boateng soll wie schon bei der EM 2012 gegen Portugal als rechter Verteidiger Superstar Cristiano Ronaldo stoppen. „Natürlich spielt es generell eine Rolle, wer Ronaldo in Schach halten kann. Boateng hat es gut gemacht“, bemerkte Löw, der sich vor seinem vierten Turnier als Bundestrainer locker und entspannt der Weltpresse stellte. „Ich fühle mich sehr gut, bin ausgeglichen, konzentriert und fokussiert.“

„Der Countdown läuft, wir beschäftigen uns tagtäglich mit dem Gegner“, sagte Löw und bezeichnete Portugal als „Weltmeister im Konterspiel“. Am Montag (18.00 Uhr/ARD) in Salvador da Bahia sieht der 54 Jahre alte Freiburger „keinen ausgesprochenen Favoriten“. Beide Mannschaften hätten ihre Stärken, betonte Löw: „Portugal spielt vielleicht mehr auf Konter, unsere Mannschaft hat vielleicht mehr Ballbesitz. In beiden Teams gibt es Spieler, die auf allerhöchstem Niveau - Weltklasse - spielen.“

Einen Startplatz hat Löw praktisch an Mesut Özil vergeben. Trotz der öffentlichen Kritik an den jüngsten Leistungen des Offensivspielers vom FC Arsenal vertraut der Bundestrainer dem 25-Jährigen. „Mesut macht mir einen frischen, wachen, konzentrierten Eindruck. Ich habe immer gesagt, Mesut Özil kann ein wichtiger und entscheidender Spieler für Deutschland sein“, sagte Löw. Für den Bundestrainer ist er auch „ein Stürmer“. Somit wäre für Miroslav Klose zunächst kein Platz in der Startelf.

Löw will bei den speziellen Bedingungen im heißen Nordosten Brasiliens nicht nur auf eine Elf, sondern auf „eine erste 14“ setzen. „Es ist keine Strafe, wenn du nicht von Minute eins auf dem Platz bist“, betonte der Bundestrainer und ergänzte: „Vielleicht ist es für einige Spieler von Vorteil.“

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Die elf Akteure, die beginnen, sollen den Gegner so bearbeiten, „dass wir eine positive Ausgangsposition schaffen können“. Dann müssten die drei Einwechselspieler die Entscheidung erzwingen. „Diese Leute müssen den Unterschied ausmachen. Spezialkräfte, die den Gegner empfindlich treffen werden, wenn andere müde sind“, erklärte Löw.

Entsprechend soll seine Startformation aussehen. Vor dem von einer Schulterverletzung genesenen Manuel Neuer könnten neben Boateng der Wahl-Engländer Per Mertesacker, der Dortmunder Mats Hummels und der Schalker Benedikt Höwedes verteidigen - allesamt gelernte Innenverteidiger. Mit Lahm dürften Sami Khedira und Toni Kroos im defensiven Mittelfeld auflaufen. Davor hat neben Özil und Thomas Müller der Gewinner der Vorbereitung, Lukas Podolski, beste Chancen für die erste Elf.

dpa

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