Video ließ Zweifel aufkommen

Drin oder nicht? Rätsel um Halbfinal-Elfer gelöst

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Hollands Ron Vlaar (l.) zieht ab, Argentiniens Keeper Sergio Romero ahnt die Ecke und pariert.

Sao Paulo - Hätte der erste Elfmeter der Niederlande im Halbfinale gegen Argentinien doch zählen müssen? Ein Video im Internet lässt diese Vermutung zu.

Elfmeterschießen sind immer ein Glücksspiel. Doch lief im Halbfinale der WM 2014 zwischen der Niederlande und Argentinien wirklich alles korrekt ab? Ein Video auf YouTube lässt Zweifel am rechtmäßigen Ablauf des Elfmeter-Roulettes aufkommen. Ein weiteres relativiert den Wirbel wieder etwas.

Ron Vlaar wendet sich nach seinem (vermeintlich) verschossenen Elfmeter ab - doch der Ball scheint doch noch ins Tor zu rollen.

Ausgangslage: Nach torlosen 90 Minuten war auch in der Verlängerung kein Treffer gefallen. Somit musste das Duell zwischen den Niederländern und den Argentiniern im Wettschießen vom Elfmeterpunkt aus entschieden werden. Die Platzwahl wollte es, dass Oranje das Elfmeterschießen eröffnete, als erster Schütze trat Ron Vlaar an. Der 29-Jährige von Aston Villa schoss, doch sein schwach getretener Ball wurde von Argentinien-Keeper Sergio Romero pariert. Der Schlussmann springt jubelnd auf, ballt die Fäuste, während die Fans ausrasten. Vlaar will zunächst wütend gegen den zurückspringenden Ball treten, unterlässt es jedoch.

Dann das Verrückte: Der Ball springt auf und rollt scheinbar wegen des Rückwärtsdralls in Richtung Tor. Diese Szene war im TV zu sehen, doch kurz bevor das Leder die Torlinie erreicht, schwenkten die Kameras weg. Ein Youtube-Video aber zeigt die Szene: Der Ball scheint die Linie doch noch überquert zu haben. Dennoch wurde der Strafstoß als verschossen gewertet.

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Hätte er gezählt, wäre die Niederlande in Führung gegangen und wäre somit im Vorteil gewesen. Doch stattdessen verwandelte Lionel Messi den ersten Strafstoß für Argentinien, das das Wettballern gewann und ins Endspiel einzog. Das Roulette hätte deutlich anders laufen können ...

Ein ähnlicher Fall trug sich vor einigen Jahren in Marokko zu. Auch hier rollte der Ball nach einer Parade noch in den Kasten - und der Schiedsrichter entschied auf Tor.

Weiteres Video zeigt: Vlaar berührte Ball wohl noch mal

Allerdings gibt es einen Aspekt, der gegen die Wertigkeit des Elfmeters spricht. Nach der Parade scheint es - wie in diesem anderen Video gut zu sehen ist -, dass Vlaar den Ball entscheidend mit der Schulter berührt und so dessen Flugbahn verändert. Das würde als Nachschuss gewertet werden, was im Elfmeterschießen nicht erlaubt ist. Somit wäre der Elfer definitiv vergeben.

Beweis-Video: Ball NICHT hinter Linie

Doch um allen Spekulationen endgültig den Wind aus den Segeln zu nehmen, gibt es nun den endgültigen Beweis: Der Ball war nicht drin! Das zeigt ein Videoausschnitt, den das Internetportal Vine auf Twitter gepostet hat. Die Kamera hängt im Torwinkel und zeigt, dass das Leder genau auf der Linie liegen bleibt, ja, sogar in eine Kule in der Linie leicht zurückrollt.

Noch mehr Infos rund um den letzten WM-Freitag erfahren Sie hier in unserem Ticker.

Florian Weiß

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