WM-Halbfinale Deutschland - Brasilien

Löw: "Neymars Fehlen ist keine Schwächung"

+
Joachim Löw hat noch weitere taktische Varianten in petto.

Belo Horizonte - Joachim Löw hat auch nach dem Ausfall von Neymar und Thiago Silva den allergrößten Respekt vor Halbfinalgegner Brasilien, glaubt aber fest an den Einzug Deutschlands ins WM-Finale.

„Wir wollen unbedingt nochmal in Rio im Maracana-Stadion spielen. Am 13. Juli. Wir sind noch nicht fertig“, sagte der Bundestrainer in einem Interview auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes (dfb.de).

Es sei gut, „dass der Gastgeber lange dabei ist“, führte Löw aus, „aber auch wir sind selbstbewusst. Wir haben uns im Laufe des Turniers gefestigt, sind stabil, physisch wie psychisch. Wir werden einen guten Plan entwickeln und den Brasilianern einen großen Kampf liefern. Die Chancen sind ausgeglichen. Kleinigkeiten werden darüber entscheiden, wer ins Finale einziehen wird.“

Löw tut Neymars fehlen im WM-Halbfinale "wahnsinnig leid"

Seine Vorfreude sei jedenfalls „wahnsinnig groß. So geht es allen bei der deutschen Nationalmannschaft, und ich glaube, so geht es allen Deutschen“, sagte Löw vor dem Duell am Dienstag (22.00 Uhr/ZDF) in Belo Horizonte gegen den Gastgeber. „Das ist ein Highlight, etwas sehr Spezielles und Großartiges“, schwärmte Löw.

Das WM-Aus für Neymar (Bruch des Querfortsatzes eines Lendenwirbels) tue ihm „wahnsinnig leid“, so Löw, „er ist ein großartiger Fußballer.“ Dass er jetzt ausfalle, sei „bitter und großes Pech. Für ihn, die Mannschaft, die ganze Nation“.

Bei einer WM wolle man immer die weltbesten Fußballer sehen, und als Spieler wolle man sich immer auch mit den Besten messen, sagte Löw, der aber dadurch keine Schwächung für das Team von Trainer Luiz Felipe Scolari ausmachen kann: „Das werden sie kompensieren können. Rückschläge setzen oft zusätzliche Kräfte frei.“ Es dürfe niemand glauben, dass „unsere Aufgabe durch den Ausfall von Neymar leichter geworden ist. Eher im Gegenteil“. Und bei der Sperre von Thiago Silva zeige sich die Breite des Kaders der Selecao. „Scolari kann nun einen Spieler wie Dante einsetzen, einen Qualitätsverlust kann ich da nicht erkennen“, so Löw.

Löw will sich von seiner Linie nicht abbringen lassen

Der Bundestrainer sieht den Vorteil seiner Mannschaft in der Vielseitigkeit der Spieler, lobte hierbei besonders Philipp Lahm, Jerome Boateng und Benedikt Höwedes. „Das sind exakt die Eigenschaften, die Trainer und genauso die gesamte Mannschaft haben müssen, wenn wir auf diesem Niveau bestehen wollen. Variabilität und Flexibilität haben uns ins WM-Halbfinale geführt. Und alle können sicher sein: Wir haben noch weitere Varianten“, sagte Löw.

Von der öffentlichen Meinung wie zuletzt in der Diskussion um die richtige Position für Kapitän Lahm lasse er sich nicht leiten. Es freue ihn zwar, dass die Nationalmannschaft solch ein Gesprächsthema sei, aber, so Löw: „Ich verfolge eine klare Linie und werde diese nicht der öffentlichen Meinung anpassen, nur um dieser Meinung zu entsprechen. Veränderungen nehmen wir dann vor, wenn wir aus den Spiel- und Trainingseindrücken sowie unserer Analyse das Gefühl haben, dass Veränderungen notwendig sind. Wie gesagt: Wir überlegen immer, was in der jeweiligen Situation das Beste für die Mannschaft ist.“

Er bespreche dies „natürlich mit Hansi Flick und Andy Köpke. Oliver Bierhoff hilft mir manchmal mit seiner Sichtweise“, erklärte Löw, „aber wissen Sie: Am Ende bin ich es, der die Entscheidungen trifft. Manchmal muss ich dabei einfach meiner Intuition folgen.“

Dicker Schmatzer: So schön sind die WM-Fans

Wow! So schön und bunt sind die WM-Fans

sid

Kommentare