Wladimir Putin hilft angeschlagenem Klub

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Fußball-Fan Wladimir Putin.

Tomsk - Regierungschef Putin vermittelt dem Erstligisten Tom Tomsk Staatsunternehmen als Sponsoren. Es ist nicht das erste Mal, dass sich Putin als Retter eines Sportvereins präsentiert.

Im Kampf gegen das finanzielle Aus erhält der russische Fußball-Erstligist Tom Tomsk auf der Suche nach Sponsoren Hilfe von Regierungschef Wladimir Putin persönlich. Die staatlichen Ölunternehmen Rosneft und Gazprom-Neft seien bereit, den Tabellenletzten der Premier Liga zu unterstützen. Das sagte Putin nach Vereinsangaben bei einem Wahlkampf-Auftritt in der sibirischen Stadt rund 3600 Kilometer östlich von Moskau. Der 59-Jährige will sich am 4. März zum Präsidenten wählen lassen.

Seit dem Abstieg von Sibir Nowosibirsk ist Tom Tomsk der einzige Erstligist im Umkreis von 2000 Kilometern. Den Verein drücken ungefähr 230 Millionen Rubel Schulden (etwa 5,75 Millionen Euro). In diesem Jahr erhält der Club - im Gegensatz zu 2011 - kein Geld aus dem Haushalt des Gebiets Tomsk. “Ich möchte nur, dass die Mannschaft die Menschen glücklich macht, dass sie ins Stadion gehen und nicht Wodka saufen“, sagte Putin. Er forderte zugleich Transparenz in den Vereinsstrukturen.

Der Hobby-Judoka Putin hat sich immer wieder als Förderer des Sports präsentiert: Erst vor kurzem drängte er die größte russische Fluglinie Aeroflot zu Gratisflügen für Fußballfans zur Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Mehrere Staatsunternehmen beteiligen sich mit Milliardensummen an den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi, die als Prestige-Projekt Putins gelten. Kritiker bemängeln, dass Putin Wahlkampfversprechen selten umsetze.

In der Vergangenheit hatte Putin in Krylja Sowjetow Samara bereits einem anderen finanziell angeschlagenen Fußball-Erstligisten geholfen. Lokale Sponsoren erklärten sich zur Unterstützung des Vereins bereit, nachdem Putin sie dazu aufgerufen hatte. Das Staatsunternehmen Gazprom mit engen Beziehungen zu Putin ist als Sponsor von Bundesligist FC Schalke 04 auch in Deutschland aktiv. Auch andere Sportarten profitierten vom Engagement des Premiers: So präsentierte er im November 2011 ebenfalls Rosneft als neuen Sponsor des klammen Eishockey-Traditionsvereins ZSKA Moskau.

dpa

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