"Wir sind der beste Klub der Welt, locker!"

London - Der FC Chelsea feiert den Sieg im Champions-League-Finale. Frank Lampard erklärt die Blues zum besten Klub der Welt - und zwar "locker". Indes werden neue Stars in London gehandelt.

Roman Abramowitsch, wer sonst, gab noch in der Nacht seines größten Triumphes die Richtung vor. „Wir haben das Ding gewonnen, aber das ist nur der Anfang“, sagte der Besitzer des FC Chelsea nach dem Sieg im Endspiel der Champions League in der Kabine zu seinen Angestellten. „Mr. A.“ sprach auf russisch, und was er noch zu sagen hatte, fasste Präsident Bruce Buck so zusammen: „Es gibt viele Klubs mit drei oder vier Sternen auf ihrem Wappen. Wir haben jetzt einen...“

Frank Lampard nannte die Blues bei der Siegerparade, die rund 80. 000 Fans verfolgten, den „besten Klub der Welt, locker“, doch Abramowitsch wird nicht eher Ruhe geben, bis Chelsea auch zu den größten Vereinen der Fußball-Historie gehört. Und das wird er sich weitere Hunderte Millionen Euro kosten lassen. Der Umbau der „Altherrentruppe“, wie die Helden um Didier Drogba (34), Frank Lampard (33) und John Terry (31) noch vor Wochen despektierlich genannt wurde, hat längst begonnen. Als einziger Neuzugang steht Bremens Marko Marin fest, viel größere Namen werden sicher folgen.

Chelseas Triumphzug durch London: Tausende Fans bejubeln ihre Helden

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Falcao (Atletico Madrid), zuletzt zweimal Torschützenkönig in der Europa League, das belgischen Ausnahme-Talent Eden Hazard (OSC Lille), Gonzalo Higuain (Real Madrid), Hulk vom FC Porto oder Luka Modric (Tottenham Hotspur) werden gehandelt - in erster Linie Offensivspieler. Kein Wunder, liegt Endspiel-Held Drogba doch angeblich ein Vertrag aus Shanghai vor, der ihm bis 2014 30 Millionen Euro bringen soll.

Chelsea hatte Drogba zuletzt einen neuen Vertrag bis 2015 offeriert. Noch in dieser Woche sollen Gespräche die Lage klären. „Er muss tun, was für ihn am besten ist. Und wir müssen tun, was für Chelsea am besten ist“, sagte Buck.

Bei der Party-Parade der „Könige Europas“ am Sonntag durch Londons Westen vom Stadion Stamford Bridge zur New Kings Road war Drogba einer der Anführer. „Wir lieben dich und wollen, dass du für immer bleibst!“, stand auf einem Plakat.

Meist mit betretener Miene im Hintergrund stand auf dem Spieler-Bus Fernando Torres. Dass er in München erst spät eingewechselt wurde (84.), nannte er die „größte Enttäuschung“ seines Lebens, unverhohlen drohte er mit Abschied. „Sie haben mich in einer Art behandelt, die ich nicht erwartet hatte“, sagte er dem spanischen Sportblatt AS: „Ich hatte eine schwierige Zeit, die schlimmste in meiner Karriere. Das will ich nicht noch mal erleben!“

Die wichtigste Personalie, die Abramowitsch höchstselbst in den kommenden Tagen klären will, ist aber die des Trainers. Interims-Teammanager Roberto Di Matteo, den die Spieler nachts freudetrunken in den Hotel-Pool warfen, ist noch nicht aus dem Rennen. „Wir wollen, dass du bleibst“, sangen die Spieler in der Kabine. Abramowitsch war noch da, er soll gelächelt haben. „Er ist mit in der Verlosung“, sagte Buck über Di Matteo.

Doch insgeheim lechzt Abramowitsch wohl nach einem großen Namen wie etwa Pep Guardiola oder Fabio Capello, zuletzt für Englands Nationalteam verantwortlich.

Die träumt indes, beflügelt von Chelseas Coup, vom nächsten Wunder. „Jetzt“, schrieb der einstige Klasse-Stürmer Alan Shearer in der Sun mit Blick auf die Europameisterschaft, „ist alles möglich!“

sid

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