Winter-WM 2022 droht zu platzen

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Theo Zwanziger

Frankfurt/Main - Die von UEFA-Präsident Michel Platini geforderte Verlegung der Fußball-WM 2022 in Katar vom Sommer in den Winter droht nach Angaben von Theo Zwanziger an rechtlichen Problemen zu scheitern.

Laut FIFA-Exekutivmitglied Zwanziger könnten die gegen den Wüstenstaat unterlegenen Mitbewerber wie beispielsweise die USA Klage einreichen, falls der Weltverband FIFA einer Verlegung in den Winter zustimmt.

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„In ihren Ausschreibungsunterlagen hatte die Fifa eine WM im Sommer vorgesehen. Es stellt sich daher die Frage, ob Katar überhaupt die WM bekommen hätte, wenn man sich aus klimatischen Gründen von vornherein nur für eine Winter-WM beworben hätte. Eine nachträgliche Verlegung in den Winter könnte möglicherweise auch die unterlegenen Mitbewerber wieder auf den Plan rufen und zu juristischen Schritten bewegen“, sagte der ehemalige DFB-Präsident der Sport Bild (Mittwoch-Ausgabe).

UEFA-Boss Platini hatte beim Kongress der Europäischen Fußball-Union in Istanbul vor knapp zwei Wochen erneut erklärt, dass die WM 2022 in Katar aufgrund der hohen Temperaturen im Sommer im Winter stattfinden müsse. „Um den Fußball dort voranzubringen, muss im Dezember oder Januar gespielt werden. Eine große Mehrheit steht hinter mir, Journalisten und Fans. Für die Ligen ist es ein bisschen schwierig, aber warum müssen wir dort im Juli spielen, wenn die Temperaturen sehr hoch sind?“, sagte Platini.

Unterdessen bestätigte am Dienstag auch der Schweizer Strafrechtler Mark Pieth, dass eine Überprüfung der umstrittenen WM-Vergabe 2022 an Katar durchaus möglich sei. „Ja, der Investigator darf das“, sagte Pieth der Neuen Zürcher Zeitung. Nach Angaben Pieths beträgt die Verjährungsfrist für solche Fälle zehn Jahre.

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Derweil bestätigte Zwanziger, dass die umstrittene Dreifachbestrafung im Fußball (Elfmeter, Platzverweis und Sperre nach Foul im Strafraum) vor dem Aus steht. „Es gibt in der FIFA und der UEFA die klare Tendenz zur Abschaffung der Dreifachbestrafung, weil sie als große Ungerechtigkeit angesehen wird. Der Druck auf das IFAB (International Football Association Board, d. Red.) ist daher ziemlich groß, und eine Entscheidung könnte schon bei der kommenden IFAB-Sitzung Anfang Juli in Kiew fallen“, sagte Zwanziger.

sid

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