DFB will keine Fans mehr ausschließen

Frankfurt - Als Reaktion auf den Blocksturm der eigentlich ausgesperrten Fans von Eintracht Frankfurt bei Union Berlin am Montag wird der DFB Gäste-Fans künftig nicht mehr mit einem Ausschluss sanktionieren.

„Der Kontrollausschuss wird in Zukunft keinen Teil-Ausschluss von Gäste-Anhängern mehr beantragen. Denn dieser ist als Strafmaß ganz offensichtlich nicht geeignet. Wir müssen nun gemeinsam Lösungen finden und entscheiden, welche Sanktionen und Strafen in Betracht kommen“, sagte der für Rechstfragen zuständige DFB-Vizepräsident Rainer Koch am Dienstag.

Um bei den Fans wirklich Wirkung zu erzielen, kommen mittlerweile wohl nur noch härtere Strafen bis hin zu Punktabzügen infrage. Allerdings warnte Koch davor, Punktabzüge im schier aussichtlosen Kampf gegen Ausschreitungen von Anhängern als Allheilmittel zu sehen. „Wir stellen fest, dass bestimmte Strafen offenbar nicht ausreichen. Aber ein Abzug von Punkten greift auch immer in den Wettbewerb mit ein. Und mit Geldstrafen geht es irgendwann auch nicht mehr weiter. Deshalb müssen wir uns zunächst alle, der DFB, die DFL und die Klubs an einen Tisch setzen und schauen, welche Sanktionen zielführend sind“, sagte Koch, der dieses Vorgehen für alternativlos hält: „Die Alternative wäre, den Spielbetrieb zu beenden. Und das ist für uns keine Alternative.“

Die Frankfurter Fans, die wegen früherer Pyrotechnik-Aktionen in Düsseldorf und Paderborn keinen Zutritt hatten, waren während des 4: 0 der Eintracht in Berlin über Absperrgitter in den Fanblock geklettert. Die Sicherheitskräfte schauten zu, öffneten dann die Tore. Angeblich, um eine Eskalation zu vermeiden.

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Lautstark unterstützt bei ihrer Klettertour wurden die Fans von Unions Anhängern. Diese zeigten wenig Verständnis dafür, dass die Gäste für das Spiel ausgesperrt worden waren. Angeblich sollen einige von ihnen den Frankfurter Anhängern Karten besorgt haben. Ob der Kontrollausschuss nun ein erneutes Ermittlungsverfahren sowohl gegen die Frankfurter als auch gegen die Berliner einleiten wird, war am Dienstag zunächst noch unklar.

Eintracht Frankfurts Vorstandsboss Heriber Bruchhagen sieht dennoch ein generelles Problem auf den DFB zukommen. „Ich weiß nicht, wo die Lösung liegt. Es zeigt sich, dass die Aussperrung der Fans schwer zu händeln ist. Was sollen wir tun?“, fragte Bruchhagen.

SID

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