Will denn keiner Dritter werden?

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Arne Feick (l., TSV 1860 München) im Zweikampf mit Alban Meha ( SC Paderborn)

Frankfurt/Main - Der Dreikampf um den Relegationsplatz zwischen Fortuna Düsseldorf, dem FC St. Pauli und SC Paderborn könnte kaum spannender sein. Das nennt man wohl "Schneckenrennen"

Schneckenrennen um Platz drei in der 2. Fußball-Bundesliga: Während Spitzenreiter SpVgg Greuther Fürth und Verfolger Eintracht Frankfurt fünf Spieltage vor Saisonende bereits die Aufstiegsfeier planen, wird der Kampf um den Relegationsplatz zwischen den schwächelnden Teams Fortuna Düsseldorf, FC St. Pauli und SC Paderborn zur Nervenprobe. Am Dienstag (17.30 Uhr/Sky und Liga total!) sind zunächst die Düsseldorfer (gegen den FSV Frankfurt) sowie St. Pauli (gegen Union Berlin) zum Siegen verdammt.

Sonst könnte am Mittwoch (17.30 Uhr/Sky und Liga total!) erstmals seit Wochen wieder der vermeintliche „Underdog“ aus Paderborn mit einem Sieg bei Erzgebirge Aue an den beiden Ex-Bundesligisten vorbeiziehen. Doch das wollen die Rheinländer und die Hamburger unbedingt verhindern. Noch liegt die Fortuna als Tabellen-Dritter mit 54 Punkten einen Zähler vor St. Pauli (53) und zwei Zähler vor Paderborn (52).

Vor allem die Fortuna muss nach der 1:2-Niederlage bei Hansa Rostock sowie nur zwei Siegen und 13 Punkten aus den bisherigen zwölf Spielen der Rückrunde endlich wieder einen „Dreier“ holen, um den schon fast schon sicher geglaubten Aufstieg in die Bundesliga nicht doch noch zu verspielen. Der Herbstmeister ist derzeit aber auch moralisch am Abgrund.

„Natürlich sind wir mit der aktuellen Situation überhaupt nicht zufrieden. Die Mannschaft kommt mit dem Druck, den wir uns durch die gute Hinrunde selbst auferlegt haben, nicht klar. Sie kann das augenscheinlich nicht verarbeiten“, sagte Düsseldorfs Manager Wolf Werner, der den Glauben an die Rückkehr ins Oberhaus offenbar schon verloren hat. Auch Trainer Norbert Meier zaudert: „Die Jungs müssen einfach Verantwortung übernehmen. Es klaffen Welten zwischen Anspruch und Wirklichkeit.“

Dem eigenen Anspruch nicht gerecht wurde zuletzt auch Bundesliga-Absteiger FC St. Pauli. Beim FSV Frankfurt reichte es trotz Überzahl nur zu einem 3:3. Gegen Union Berlin zählt für den Kult-Klub indes nur ein Sieg. Dennoch warnte Pauli-Coach Andre Schubert seine Mannschaft vor dem Heimspiel vor zu großem Übermut: „In dieser Situation gibt es keine einfachen Spiele mehr.“

Für den dritten Relegationsplatzanwärter Parderborn gibt ohnehin nur noch Endspiele. Denn es ist fraglich, ob das Team von Trainer Roger Schmidt auch im nächsten Jahr wieder um den Aufstieg mitspielen könnte. „Wir haben den Abstand zum Tabellendritten am Wochenende verkürzt. Jetzt müssen wir auch in Aue hart um die Punkte kämpfen. Und am Ende der Saison werden wir dann sehen, ob es für uns langt“, sagte Schmidt, dessen Team im Aufstiegsrennen weit weniger Druck verspürt als die Konkurrenz aus Düsseldorf und Hamburg.

Unterdessen fiel Eintracht Frankfurt (61 Punkte) über Ostern nach dem 0:2 beim MSV Duisburg hinter Tabellenführer Fürth (63) auf Rang zwei zurück. Dass der Vorsprung der Hessen auf den Relegationsplatz drei weiterhin sieben Punkte beträgt, sorgt bei der Eintracht aber vorerst für Entspannung. Ohnehin sah Eintracht-Coach Armin Veh vor dem Spiel am Mittwoch gegen den FC Ingolstadt die Niederlage in Duisburg nicht darin begründet, dass die Frankfurter viel zu überheblich waren. Nein, laut Veh war der Rasen schuld: „Es war schwer, auf dem Acker Fußball zu spielen. Da lässt es sich schwer kombinieren.“

Derlei Ausflüchte hat die SpVgg Greuther Fürth in dieser Spielzeit wohl nicht mehr nötig. Nach dem 3:0 gegen Energie Cottbus können die Fürther bei einem Sieg bei Eintracht Braunschweig am Dienstag den Aufstiegssekt schon langsam kaltstellen. „Wir sind fast da“, sagte Torjäger Oliver Occean.

sid

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