Keeper reagiert auf Ausbootung

Wiese: Kein Verständnis für "Jogi-Hype"

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Tim Wiese (l.) mit Jogi Löw

Hoffenheim - Tim Wiese hat nach seiner Ausbootung aus der Nationalmannschaft mit einem Seitenhieb auf Bundestrainer Joachim Löw reagiert und glaubt weiter an sein Comeback im DFB-Team.

Auf die Frage, ob er die Kritik an Löw nach dem Halbfinal-Aus bei der EM gegen Italien verstehen konnte, sagte Wiese in der Tageszeitung Die Welt: „Absolut nicht. Aber ich konnte auch den Hype um ihn nicht nachvollziehen. Es ist Wahnsinn, wie schnell man in Deutschland hochgelobt wird und wie schnell man auch wieder fallen gelassen wird.“

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Und der 31-jährige Wiese von Bundesligist 1899 Hoffenheim hat ungeachtet der Personalpolitik von Löw auch das Kapitel DFB-Elf noch nicht abgeschlossen. „Mit der Nationalmannschaft will ich in zwei Jahren in Brasilien Weltmeister werden. Das wäre ein Traum“, sagte der Ex-Bremer. Mit Wiese im Gehäuse? „Mir würde es reichen, wenn wir Weltmeister werden. Egal, wer im Tor steht“, fügte er an und ist sich auch als Stand-by-Nationalspieler nicht zu schade: „Wenn s brennt, stehe ich bereit.“

Allerdings scheint Wiese gegenüber den jüngeren Keepern deutlich schlechtere Karten zu haben. Als sich am Wochenende Stammtorhüter Manuel Neuer verletzte, wurde der Gladbacher Marc-Andre ter Stegen für das Länderspiel am Mittwoch gegen Argentinien in Frankfurt/Main (20.45 Uhr/ZDF) nachnominiert. „Ich habe die Entscheidung zur Kenntnis genommen und respektiere, dass die jüngeren Torhüter stärker eingebunden werden sollen“, sagte Wiese. Im deutschen Tor beginnen wird gegen Lionel Messi und Co. aber Ron-Robert Zieler (Hannover 96).

Wiese (6 Länderspiele) will nach seinem Wechsel nach Hoffenheim aber erstmal mit seinem neuen Klub für Aufsehen sorgen. Wo er in zwei Jahren steht? „Ich hoffe, dass ich mit Hoffenheim deutscher Meister werde und in der Champions League spiele“, sagte der Schlussmann mit der Gelfrisur.

Die anfängliche Ablehnung einiger 1899-Fans bereitet Wiese indes kein Kopfzerbrechen. Das kenne er schon aus Bremen. „Als ich von Kaiserslautern zu Werder gewechselt bin, stand Andi Reinke im Tor, der ein absoluter Publikumsliebling war. Da gab es auch solche Reaktionen. Aber es hat nicht lang gedauert, dann hatte ich die Fans auf meiner Seite und wurde selbst zum Publikumsliebling“, äußerte der 31-Jährige.

sid

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