Drähte in Netzwerken glühen

"Wie ist Scholli angezogen?"

Mehmet Scholl

Charkow - Beim Spiel gegen die Niederlande glühen die Drähte in den sozialen Netzwerken. Vor allem Mehmet Scholl bekommt sein Fett weg. Eine Prominente interessierte sich für seine Kleidung.

Das EM-Spiel gegen den Erzrivalen ist nach 38 Minuten Nebensache, im Internet heißt die Partie nur noch: Mario Gomez gegen Mehmet Scholl. Nach den beiden Toren des deutschen Stürmers gegen die Niederlande gerät ARD-Experte und Gomez-Kritiker Scholl bei Twitter und Facebook stärker unter Beschuss als das holländische Tor. Die Häme kennt keine Grenzen.

Auf den Punkt bringt es der Tweet der Online-Redaktion des Fußball-Magazins 11Freunde: „Mehmet Scholl, morgen live aus Canossa! ` Aber auch `Nicht-Experten“ schlagen via Twitter auf Scholl ein. „Nach der unberechtigten Kritik an Gomez wird Mehmet Scholl die deutsche Staatsbürgerschaft aberkannt. Er ist dann ein ausgewiesener Fußballexperte“, zwitschert ein Nutzer. Richtig witzig auch ein anderer Kommentar kurz vor der Pause: „Ab der zweiten Hälfte überträgt das ZDF bei allen Gomez-Toren das Gesicht von Mehmet Scholl im Split-Screen.“

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Selbst Tennis-Ikone Boris Becker, der vor dem Anpfiff einen „Familienkrieg“ mit seiner niederländischen Ehefrau Lilly befürchtete, kann sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. „Habe leider kein deutsches Fernsehen. Wie ist Scholli angezogen?“, fragt der dreimalige Wimbledonsieger via Twitter: „Bin gespannt, ob Gomez morgen wieder kritisiert wird.“ Nach Abpfiff muss sich Becker dann allerdings um seine angeschlagene Partnerin kümmern: „Meiner Frau ist das Lachen vergangen. Das wird eine lange Nacht.“

Eine lange Nacht hätte Scholl, der Gomez trotz dessen Siegtores im ersten EM-Spiel gegen Portugal (1:0) scharf kritisiert hatte („Ich hatte inzwischen Angst, dass er sich wund gelegen hat, dass man ihn wenden muss“), auch beim Surfen auf Facebook gehabt. „Lieber Mehmet Scholl, hat sich Mario Gomez nun auch in deinen Augen wundgeschossen?“, fragt ein User. Ein anderer Nutzer meint: „Zwei Tore waren echt ein wenig dürftig, da hatte sich Mehmet Scholl mehr erhofft...“

Dagegen wird Gomez auf seiner Seite (mehr als 410.000 „Gefällt mir“-Klicks) mit Lob überschüttet. Sein Kommentar vor dem Spiel gegen die Niederlande wird von über 15.000 Nutzern mit „Gefällt mir“ gewürdigt, in knapp 1500 Kommentaren wird der Toräger nach dem Spiel fast ausschließlich gefeiert.

Nur ab und zu mischt sich Kritik unter die Lobeshymnen. „Warum konntest Du im Champions-League-Finale nicht so spielen?“, fragt ein Facebook-Nutzer mit Blick auf die durchwachsene Leistung von Gomez bei der Niederlage gegen den FC Chelsea. Ein anderer User glaubt an ein Täuschungsmanöver: „Unglaublich realistisch, dieses Mario-Gomez-Kostüm, das Miroslav Klose trägt.“ Auch andere Facebook-Aktivisten gehören der Klose-Fraktion an: „Miro hätte drei Dinger gemacht“, schreibt einer.

Hier und da durfte sich auch Scholl über ein wenig Unterstützung freuen. Die Kritik des Ex-Nationalspielers wurde von einigen Nutzern als Initialzündung für die Leistungssteigerung von Gomez gesehen. „Scholl sollte Motivations-Trainer der ersten Mannschaft von Bayern München werden“, schrieb ein User via Twitter. Ein anderer sah Scholl bereits als „neuen Mental-Coach bei Bayern München“.

Dafür kommt Scholls ehemaliger Teamkollege Oliver Kahn wohl nicht infrage. Der ehemalige Nationaltorwart ist aber mittlerweile auch zum Zwitscherer geworden. Am Mittwochabend schreibt der ZDF-Experte bei der Live-Übertragung seine erste Nachricht: „Wir werden Europameister.“ Richtig vertraut mit dem Medium ist Kahn allerdings noch nicht: „Das ist mein erster, wie heißt das, äh, Tweet.“

Ein Twitter-Profi ist dagegen Dirk Nowitzki - eigentlich. Obwohl der Basketball-Star sonst gerne zwitschert, ist aber tote Hose. Nach „So. Bei los gehts los. Auf gehts Deutschland“ kommt nichts mehr. Das Daumendrücken hat aber dennoch geholfen.

sid

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