Wettmafia macht 200 Milliarden Euro im Jahr

Der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph Bergner (CDU), fordert mehr multionationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die Wettmafia.

Belgrad - Die weltweite Fußball-Wettmafia arbeitet mit “geringem Risiko und hohem Profit“. Das machte eine Konferenz der Sportminister der Europaratsländer am Donnerstag in Belgrad deutlich.

“Wir brauchen multinationale Zusammenarbeit und Verfahren“, verlangte der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph Bergner (CDU), auf dem Treffen mit Blick auf den international organisierten Großbetrug mit manipulierten Spielen: Aber die Zusammenarbeit selbst in Europa “steht noch am Anfang“.

Die weltweiten kriminellen Umsätze der Wettmafia werden auf bis zu 200 Milliarden Euro im Jahr geschätzt, hieß es in den Vorträgen der Belgrader Tagung. Diese Gruppen der Organisierten Kriminalität seien streng hierarchisch aufgebaut. Die Führungsebene setze sich stets nur aus einer Handvoll Menschen zusammen, der Mafiapate lebe meist in asiatischen Ländern, wo er sich der Strafverfolgung entziehen kann.

Friedhelm Althaus berichtete als Polizeiexperte von dem seit 2009 laufenden Gerichtsverfahren in Bochum. Dabei seien 300 verdächtige Spiele in 25 europäischen Staaten und in Kanada nachgewiesen worden. Darunter seien 21 FIFA- und UEFA-Qualifikationsspiele sowie zwei Spiele der Champions League und ein Europa-League-Spiel gewesen. “Allein bei der Bochumer Gruppe konnten rund fünf Millionen Euro Nettogewinne bei Investitionen von mehr als 1,75 Millionen Euro Bestechungsgeldern“ bewiesen werden, sagte Althaus.

“Während eines manipulierten Spiels von etwa zwei Stunden finden in bis zu zehn Staaten auf verschiedenen Kontinenten gleichzeitig durch bis zu 50 Personen unterschiedliche Tathandlungen statt“, belegt der Bericht des Experten den Wettbetrug im globalen Ausmaß. Deutschland wird im nächsten Jahr voraussichtlich Gastgeber einer UNESCO-Konferenz über die Wettmafia sein, kündigte Staatssekretär Bergner an. Dabei solle versucht werden, die europäischen Erfahrungen in der Zusammenarbeit der Behörden “auf internationale Ebene weiterzugeben“.

dpa

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