Wessels als tragische Figur der CL-Quali 

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Stefan Wessels hielt im ersten Durchgang sensationell. Nach der Pause patzte er.

Berlin - Ex-Bundesliga-Keeper Stefan Wessels zeigte ein grandiose erste Hälfte und hielt seinen Klub Odense im Rennen. Als er sich dann im zweiten Durchgang den Ball quasi selbst in die Maschen warf, nahm das Unheil seinen Lauf.

Berlin (dapd). Am Ende war es das eigene Knie, das Stefan Wessels zum Verhängnis wurde. In der 50. Minute des Rückspiels im Champions-League-Playoff beim FC Villarreal drückte sich der deutsche Torwart vom dänischen Klub Odense BK nach zuvor großartigen Paraden den Ball unglücklich selbst über die Kreidelinie. Wessels und seine Teamkollegen müssen sich nach der 0:3 (0:0)-Niederlage mit der Europa League begnügen.

Während das Spiel der Bayern in Zürich nach dem frühen Tor dahinplätscherte, boten die restlichen vier Rückspiele am Dienstagabend teils große Europapokal-Dramatik. Malmö FF durfte beim 2:0-Sieg gegen Dinamo Zagreb (Hinspiel 1:4) nur an der Sensation schnuppern, doch der KRC Genk (4:1 i.E. gegen Maccabi Haifa) und Zyperns Vertreter APOEL Nikosia (3:1 gegen Wisla Krakau) schafften nach Auswärtsniederlagen doch noch den Einzug in die Hauptrunde.

Wessels patzt nach großartigen Paraden

50 Minuten lang stemmte sich der ehemalige Bayern-Keeper Wessels im Rückspiel erfolgreich im grellgelb gefärbten Stadion von Villarreal gegen die anrennenden Gegner. Seine größte Tat gelang ihm in der 38. Minute gegen den Italiener Giuseppe Rossi im Eins-gegen-eins. Doch in der 50. Minute brachte Rossi eine Flanke aus kurzer Distanz aufs Tor von Odense, Wessels kam mit den Händen zwar noch an den Ball, doch im Fallen vollendete er mit dem Knie selbst zum 0:1, wodurch das Hinspielergebnis ausgeglichen war. Eine Viertelstunde später sorgte erneut Rossi für den zweiten Treffer.

Unvergessene Torwart-Legenden

Unvergessene Torwart-Legenden

Nach je einem Platzverweis auf beiden Seiten warfen die Dänen alles nach vorne, doch Wessels ließ in der 82. Minute einen harmlosen Ball durch die Arme gleiten und zerstörte damit die letzten Hoffnungen von OB, mit einem Auswärtstor doch noch die Champions-League-Premiere feiern zu können. “Wir haben sehr hart gearbeitet, am Ende war es nicht genug. Wir müssen Villarreal als verdienten Sieger anerkennen“, sagte Odenses Trainer Henrik Clausen.

In Malmö lag die Sensation in der Luft

Malmö FF lief gegen Dinamo Zagreb dem 1:4-Hinspielergebnis lange Zeit vergeblich hinterher. Erst nach der Roten Karte gegen Zagrebs Sime Vrsaljko (50.) gelangen den Schweden in der 69. und 86. Minute zwei späte Treffer. Plötzlich lag die Sensation in der Luft, die Fans verwandelten das Stadion in ein Tollhaus. Doch auch die verzweifelte Schlussoffensive in der fünfminütigen Nachspielzeit brachte nicht den entscheidenden dritten Treffer.

Ailton trifft für Nikosia

Im belgischen Genk war zwischen dem KRC und Maccabi Haifa dagegen nicht einmal nach 120 Minuten die Entscheidung übers Weiterkommen gefallen. 2:1 hieß es nach Verlängerung. Im Elfmeterschießen sicherte Genks ungarischer Schlussmann Laszlo Köteles mit zwei gehaltenen Strafstößen seinem Team den Platz in der Gruppenphase.

Hin und her wogte die Partie zwischen den Zyprern von APOEL Nikosia und Wisla Krakau. Das Hinspiel hatten die Polen 1:0 gewonnen, im Rückspiel ging APOEL 2:0 in Führung. Dann traf Cezary Wilk für Wisla zum 1:2 (71.). Erst der Treffer zum 3:1 brachte die Entscheidung zugunsten der Südeuropäer. Der Name des Siegtorschützen: Ailton. Allerdings eine elf Jahre jüngere Version des Ex-Bundesligaprofis.

dapd

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