Werder: Transferstopp für Allofs

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Klaus Allofs (r.) und Trainer Thomas Schaaf brauchen Verstärkungen für die Defensive.

Bremen - Die Nachricht dürfte Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs nicht gefallen: Der Bremer Aufsichtsrat hat allen weiteren Transferaktivitäten einen Riegel vorgeschoben - unter einer Bedingung.

Auf der Galopprennbahn fühlt sich Klaus Allofs wohl. Beim erstmals von den Fußballern geplanten Werder-Renntag am Sonntag in Bremen-Vahr scherzte er ausgelassen mit dem zweiten grün-weißen Pferdenarren Claudio Pizarro. Einigen Spielern gab er sogar wichtige Tipps beim Wetten. Doch mittlerweile ist Allofs das Lachen vergangen.

Er darf vorerst keine neuen Spieler verpflichten. Der Aufsichtsrat des Fußball-Bundesligisten habe allen Transferbemühungen einen Riegel vorgeschoben, berichtet die Kreiszeitung Syke. „Ich bräuchte grünes Licht, das kriege ich im Moment nicht“, sagte Allofs.

Bevor er einen neuen Spieler holt, muss er zunächst einen verkaufen. Zwar wurde zuletzt Torwart Tim Wiese mit dem VfL Wolfsburg in Verbindung gebracht, und Per Mertesacker denkt an einen Wechsel in die englische Premier League. Aber „wir haben für keinen Spieler ein Angebot vorliegen“, sagte Allofs. Und so herrscht in Bremen weiter Stillstand in Sachen Personalplanung, während die Konkurrenz aufrüstet.

„Rein aus sportlicher Sicht sollten wir unbedingt die Abwehr verstärken“, sagte Allofs, „der Aufsichtsrat weiß das.“ Die personellen Probleme in der Werder-Abwehr hatten sich zuletzt durch die langwierige Knie-Verletzung von Mikael Silvestre weiter verschärft. Der französische Verteidiger fällt für mehrere Monate aus. Silvestre ist bereits der fünfte fehlende Abwehrspieler der Bremer. Mehrere Wochen nicht einsetzbar sind derzeit Per Mertesacker, Naldo, Sebastian Prödl und Sebastian Boenisch.

Trotzdem blockt der Aufsichtsrat alle Transferbemühungen ab. Selbst das geplante Ausleihgeschäft mit dem griechischen Innenverteidiger Sokratis Papstathopoulos (FC Genua) sei momentan nicht möglich, weil Allofs sein finanzielles Budget bereits ausgeschöpft habe. Auch Trainer Thomas Schaaf hatte bereits auf die personelle Notlage in der Abwehr hingewiesen und nach Andreas Wolf (kam vom 1. FC Nürnberg) eine weitere Verstärkung für die Defensive gefordert - oder eine Korrektur der Saisonziele angemahnt.

Trotzdem sagte Willi Lemke, der Vorsitzende des Aufsichtsrates: „Unser Ziel muss bleiben, an den internationalen Rängen dranzubleiben“. Die Positionen scheinen festgefahren, Allofs und Lemke waren sich bei finanziellen Fragen noch nie sonderlich grün.

Die Hoffnung auf ein Einlenken des Aufsichtsrates hat Allofs noch nicht aufgegeben: „Es ist doch keine außergewöhnliche Geschichte, wenn man sich mal außerhalb des Budgets bewegt“, sagte er. „Es ist die Aufgabe des Aufsichtsrates, solche Entscheidungen zu treffen. Aber man kann beim wirtschaftlichen und sportlichen Erfolg nicht immer auf der absolut sicheren Seite sein.“ Das ist wie beim Wetten.

sid

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