"Sie denken, sie seien schon durch"

Wenger hofft aufs Bayern-Unterbewusstsein

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Arsène Wenger (r.) mit Jupp Heynckes

München - Der FC Arsenal hat als einziger englischer Klub noch die Chance auf den Einzug ins Champions-League-Viertelfinale - doch die ist minimal. Arsène Wenger hofft aufs Bayern-Unterbewusstsein.

Was soll Arsene Wenger schon sagen? Dass sich sein FC Arsenal die Reise nach München eigentlich sparen könnte? Dass die Chance nach dem 1:3 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Bayern München nur noch theoretischer Natur ist? Macht er natürlich nicht. Stattdessen setzt auch der 63 Jahre alte Trainer in einer derart ausweglosen Situation auf das Prinzip Hoffnung.

„Es hat in der Champions League schon einige Siege von Arsenal gegeben, auf die wir sehr stolz sind. Wir müssen uns jetzt nur alle selbst davon überzeugen, dass wir es schaffen können in München. Wir wollen das Unmögliche möglich machen“, sagte Wenger vor dem Rückspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/Sky und ZDF) beim deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München. Der FC Arsenal müsse versuchen, „dieses Ziel zu erreichen. Es wäre ein großer Befreiungsschlag.“

Und dies nicht nur für die angeschlagenen „Gunners“ mit den deutschen Nationalspielern Lukas Podolski und Per Mertesacker, sondern für den gesamten englischen Fußball. Erstmals seit 1996 droht der Premier League, die sich weltweit gerne als Maß der Dinge sieht, im Viertelfinale der Königsklasse die Zuschauerrolle.

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Damals hatten es die Blackburn Rovers nicht geschafft. Seitdem war immer mindestens ein englisches Team unter den besten acht europäischen Klubs vertreten. Seit 1999 gab es sogar vier Champions-League-Sieger von der Insel: zweimal Manchester United (1999 und 2008) den FC Liverpool (2005) und den FC Chelsea (2012). Zudem erreichten fünf englische Teams in dieser Zeit das Finale: Arsenal (2006), Liverpool (2007), Chelsea (2008) sowie ManUnited (2009 und 2011).

Die jahrelange Dominanz scheint nun gebrochen, nachdem Meister Manchester City und Titelverteidiger Chelsea in dieser Saison schon in der Gruppenphase rausgeflogen waren und United im Achtelfinale an Real Madrid scheiterte. Das gleiche Schicksal droht nun dem FC Arsenal in München - auch wenn es Wenger, dessen Team am Wochenende spielfrei hatte und sich so intensiv auf das Spiel beim FC Bayern vorbereiten konnte, noch nicht so richtig wahrhaben will.

Wenger setzt aufs Unterbewusstsein der Bayern

„Wir wollen versuchen, Bayern auf dem falschen Fuß zu erwischen“, sagte Wenger und hofft darauf, dass der Gegner die Aufgabe nach dem souveränen Sieg in London etwas zu locker angehen könnte: „Zumindest im Unterbewusstsein denken sie, sie seien schon durch. Und wir müssen unterbewusst denken, dass wir es schaffen können.“ Er sei sicher, dass seine Spieler „auf Rache sinnen. Diese Angriffslust kann unsere Chance sein“, sagte er weiter bei eurosport.de.

Die Taktik ist dabei klar, da Arsenal mindestens drei Tore in München erzielen muss. „Wir müssen versuchen, so früh wie möglich zu attakckieren. Ich glaube nicht, dass wir in dieses Spiel behutsam reingehen sollten“, meinte Wenger, der auf den am Knöchel verletzten Mittelfeldspieler Jack Wilshere verzichten muss. Dagegen kann er wohl auf den zuletzt leicht angeschlagenen Podolski („Wir glauben noch an unsere Chance“) zurückgreifen, der bisher in der Königsklasse äußerst effektiv agiert: vier Torschüsse, vier Tore. Diese Bilanz will der 27-Jährige bei seiner Rückkehr nach München, wo er von 2006 bis 2009 unter Vertrag stand, ausbauen. Die „Gunnners“ brauchen Podolskis Tore - ansonsten ist die Premier League erstmals seit 17 Jahren außen vor, wenn es in der Champions League in die entscheidende Phase geht.

sid

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