Löw über Ziele und die Torwartdiskussion

"Weltmeister mit Deutschland wäre das Größte"

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Joachim Löw

Unterföhring - Auf dem Weg zur WM 2014 sieht Joachim Löw vor allem in der Psyche seiner jungen Mannschaft noch Optimierungsbedarf. Die Torwartdiskussion versteht er nicht.

Bundestrainer Joachim Löw wurde in den spanischen Medien zuletzt als potenzieller Nachfolger von Jose Mourinho als Trainer von Real Madrid gehandelt. Löw schließt jedoch einen Wechsel vor Vertragsende zu einem europäischen Top-Klub aus. „Ich habe einen Vertrag bis 2014. Weltmeister mit Deutschland - das wäre für mich das Größte“, sagte Löw im Interview mit dem Sport-Nachrichtensender Sky Sport News HD.

Haben viele Führungsspieler

Löw nimmt seine Führungsspieler für die Weiterentwicklung der Mannschaft vermehrt in die Pflicht: „Ich hätte mir gegen Schweden von dem ein oder anderen Führungsspieler mehr Ausstrahlung und Autorität gewünscht.“ Der 52-Jährige will aber nichts von zu flachen Hierarchien in der Mannschaft wissen: „Wir haben viele Führungsspieler, die seit Jahren dabei sind. In den letzten Jahren sind noch Neuer und Khedira dazugekommen, die aufgrund ihrer sozialen Kompetenz hohe Akzeptanz und großen Respekt innerhalb der Mannschaft genießen.“ Vor allem die jungen Spieler würden eher auf konstruktive Kritik und Kommunikation reagieren: „Wenn Sie konkret auf Fehler aufmerksam gemacht werden, reagieren sie mit großem Ehrgeiz.“

Löw sieht die Situation bei Welt- und Europameister Spanien als Vorbild für die deutsche Mannschaft. „Bei Spanien gehören Xavi, Iniesta und Puyol seit Jahren zu den Führungsspielern. Sie sprechen intern und auf dem Platz die Dinge klar an, treten ansonsten aber bescheiden und zurückhaltend auf“, erklärte Löw weiter.

Brauchen mehr mentale Stärke

Auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien sieht Löw vor allem in der Psyche seiner jungen Mannschaft noch Optimierungsbedarf: „Ich würde mir wünschen, dass wir noch mehr mentale Stärke entwickeln, um ein Turnier bis zum Ende erfolgreich durchzuziehen. Manchen jungen Spielern fehlt noch die internationale Härte, um das Tempo auf höchstem Niveau durchzuhalten.“ Löw will die „neuen deutschen Tugenden“ weiterentwickeln: „Kreativität und spielerische Klasse gehören heute auch zu den deutschen Tugenden. Es gilt in der Zukunft, die Balance zu finden. Das ist unsere Hauptaufgabe.“

Neuer zeigt überragende Leistungen

Unverständnis löst bei Löw die Diskussion um die Torhüterposition aus: „Ich verstehe die Diskussion überhaupt nicht. Neuer zeigt überragende Leistungen und hat eine überragende Ausstrahlung.“ Für Roman Weidenfeller, Torhüter des deutschen Meisters Borussia Dortmund, ist die Tür zur Nationalmannschaft aber nicht zu: „Wir wollen auf dem Weg nach Brasilien junge Leute heranführen. Wir müssen jetzt noch keine Entscheidung treffen, sondern erst 2014. Ich habe Weidenfeller nie aus meinem Notizbuch gestrichen. Am Ende entscheidet alleine die Leistung.“

pps

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