Überraschende Wende

Wegen Zahia: Nun doch Prozess gegen Ribéry

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Franck Ribéry droht jetzt doch ein Prozess.

München - Überraschende Wende im Rotlicht-Skandal um den französischen Star Franck Ribery von Rekordmeister Bayern München und seinen Nationalmannschaftskollegen Karim Benzema von Real Madrid.

 Auf Anordnung des Ermittlungsrichters Andre Dando wird nun doch ein Gerichtsprozess gegen den 29-jährigen Ribery und den fünf Jahre jüngeren Benzema wegen „Kontaktanbahnung zu einer minderjährigen Prostituierten“ eröffnet.

Im Jahr 2011 hatte die Staatsanwaltschaft den Fall eigentlich zu den Akten gelegt. Beide Profis sollen nicht gewusst haben, dass die Prostituierte Zahia Dehar damals minderjährig (17 Jahre) gewesen war. Für Beziehungen zu minderjährigen Prostituierten sieht das französische Gesetz Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren und Geldstrafen von bis zu 45.000 Euro vor.

Ribéry-Anwältin Sophie Bottai reagierte in einer Stellungnahme beim Radiosender „RMC“ mit Unverständnis. „Das ist eine ebenso überraschende wie ungerechte Entscheidung: Zum einen aufgrund der Ermittlungsakten und vor allem wegen der Aussagen von Zahia, die immer gesagt hat, dass mein Mandant ihr Alter zum Zeitpunkt der Ereignisse nicht gekannt habe.“

Für Beziehungen mit minderjährigen Prostituierten sieht das Gesetz in Frankreich eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren sowie eine Geldbuße von bis zu 45 000 Euro vor. Die Justiz muss allerdings nachweisen, dass die Betroffenen das Alter des Mädchens kannten.

Möglich ist jedoch, dass die Anwälte von Ribery und Benzema gegen die Eröffnung eines Prozesses erneut Widerspruch einlegen.

Am 4. Juli 2012 war der ehemalige Abwehrspieler des FC Bayern, der Brasilianer Breno, wegen schwerer Brandstiftung zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Breno hatte in der Nacht auf den 20. September 2011 in alkoholisiertem Zustand seine Mietvilla in Grünwald in Brand gesteckt.

sid/dpa

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