Wegen Streik - Erster Spieltag der Serie A verschoben

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Der Spielerstreik in der Serie A hat zum Ausfall des ersten Spieltages geführt.

Rom - Der erste Spieltag der italienischen Fußball-Eliteklasse Serie A ist wegen eines Spielerstreiks verschoben.

Eine Woche nach der Absage in Spanien wird auch der italienische Fußball bestreikt. Der Präsident der Spielergewerkschaft AIC, Damiano Tommasi, verkündete am Freitag, dass der für das Wochenende geplante erste Spieltag der Serie A abgesagt werde. Die AIC konnte sich zuvor mit Vertretern der Liga nicht auf eine Novelle des bereits im Juni 2010 ausgelaufenen Kollektivvertrages einigen.

Am Freitag lehnte die Liga einen von der AIC vorgeschlagenen Kompromiss einer Übergangslösung ab. Zuvor hatten bereits alle 20 Kapitäne der Erstligisten einen Dokument unterschrieben, in dem sie einem Streik für den Fall zustimmten, das keine Einigung erzielt werde.

Es ist erst der zweite Streik in der italienischen Fußball-Geschichte. Erstmals waren die Profis im März 1996 in einen Arbeitskampf getreten. Aufgrund der Länderspielpause wird die neue Saison - eine Einigung vorausgesetzt - in Italien erst am 11. September beginnen. In Spanien, dort stritt man um ausstehende Gehaltszahlungen, hatte man sich am Donnerstag rechtzeitig vor dem zweiten Spieltag auf ein Ende des Streiks geeinigt.

Zwei wesentliche Streitpunkte

Bei der Ausarbeitung des neuen Vertrages stritten sich Spielergewerkschaft und Liga um zwei wesentliche Punkte. Zum einen forderte die AIC eine klare Festlegung, mit der es jedem Spieler erlaubt ist, am Training der ersten Mannschaft teilzunehmen. Das verweigern die Klubs mit ihren teilweise bis zu 40 Spielern aufgeblähten Kadern, weil nach ihrer Ansicht dann kein normaler Trainingsbetrieb mehr möglich sei.

Der zweite Streitpunkt ist die von Präsident Silvio Berlusconi aufgrund der Finanzkrise eingeführte Solidaritätssteuer. Diese sieht eine Sonderbesteuerung für Jahreseinkommen von über 90.000 (fünf Prozent) und über 150.000 Euro (zehn Prozent) vor. Die AIC forderte, dass diese und künftige Zusatzabgaben von den Klubs übernommen werden. Dies lehnten 18 der 20 Serie-A-Vereine ab.

Tommasi hatte am Freitagmorgen einen Kompromissvorschlag unterbreitet, wonach beide Parteien einen bis 2012 gültigen Übergangsvertrag unterschreiben, in dem die beiden Streitpunkte ausgeklammert werden. Allerdings zeigte sich der Ex-Profi bereits vor der letzten Verhandlungsrunde pessimistisch: “Es scheint keinen Spielraum für eine Einigung zu geben.“

Der Streit zwischen Spielern und Liga schwelt bereits seit Juni 2010, damals war der Kollektivvertrag ausgelaufen. Bereits damals hatten die Spieler zweimal mit einem Streik gedroht, der jedoch jeweils in letzter Minute mit einer mündlichen Absprache abgewendet worden war.

SID/dpa/dapd

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