Wegen Nutella & Co.: Heftige Kritik am DFB

Berlin - Wenige Tage vor Beginn der Endrunde in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) wird dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) der Appetit auf die EM verdorben.

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat den Verband wegen seiner Partnerschaft mit dem Süßwarenkonzern Ferrero heftig kritisiert und von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach ein Ende der Zusammenarbeit gefordert. „Ferreros Marketingstrategie zielt darauf ab, Süßigkeiten als sportlich-leichte Zwischenmahlzeiten zu bewerben“, sagte Matthias Wolfschmidt, der stellvertretender Geschäftsführer von foodwatch: „Es ist unverantwortlich, wenn der DFB dazu beiträgt, dass ein Sportereignis wie die EM dazu missbraucht wird, gerade Kindern möglichst viele Kalorien anzudienen.“

Nach Ansicht von foodwatch verstößt der DFB durch die Zusammenarbeit mit Ferrero sogar gegen seine eigene Satzung. Dort werde explizit die Förderung gesunder Ernährung erwähnt. „Da passt es nicht, wenn der DFB im Widerspruch zu seinen gesundheitspolitischen Satzungszwecken den Steilpass für Ferreros Junkfood-Marketing liefert“, äußerte Wolfschmidt, der in diesem Zusammenhang auf das Problem von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern hinwies.

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Zur Verdeutlichung der Problematik führt foodwatch ein Beispiel an: Um bei einer Sammelaktion genügend Punkte für das sogenannte „DFB-Fan-Trikot“ zu sammeln, muss ein Verbraucher 500 „Kinderriegel“ verzehren. Damit hätte er 59.000 Kilokalorien, rund 1800 Stück Würfelzucker und 18 Päckchen Butter zu sich genommen. Um die Kalorien wieder abzutrainieren, müsste er mehr als 60 Fußballspiele über 90 Minuten absolvieren.

sid

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