Wechselbörse EM: Bundesliga schlägt zu

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Mario Mandzukic empfahl sich bei der EM

Warschau - Als die „große Bühne“ werden internationale Turniere gern beschrieben. Für Spieler geht es dann nicht nur um Titel, sondern mitunter auch um den nächsten Arbeitgeber.

Drei Tore bei einer Europameisterschaft sind ein gutes Argument. Der kroatische Fußball-Nationalspieler Mario Mandzukic weiß das nun ganz sicher - statt für den international wenig angesehenen VfL Wolfsburg kickt er in der kommenden Saison für den Champions-League-Finalisten aus München. Dem FC Bayern war die zusätzliche Konkurrenz für Mario Gomez kolportierte 13 Millionen Euro wert, auch weil Mandzukic „bei der Euro 2012 in Polen und der Ukraine seine besonderen Torjägerqualitäten unter Beweis gestellt hat“, wie Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger sagte.

Die Bundesliga-Konkurrenten Werder Bremen und VfB Stuttgart haben die EM-Eindrücke ebenfalls in ihre Transferaktivitäten einfließen lassen - im Gegensatz zu internationalen Clubs. Die haben sich noch stark zurückgehalten. Aber: Das Turnier läuft noch bis Sonntag, auf den Tribünen tummeln sich die Scouts, und Gerüchte - vor allem bei den Portugiesen - gibt es genug. Wer aber erst direkt bei einer Endrunde zuschlagen will, ist oft spät dran - oder hat ein dickes Portemonnaie. Starke Leistungen treiben die Preise in die Höhe.

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Lediglich der FC Arsenal aus England hat bislang Tatsachen geschaffen und einen namhaften Profi mit EM-Einsätzen verpflichtet - das allerdings nicht wegen, sondern trotz der Auftritte für seine Nationalmannschaft. Der Franzose Olivier Giroud spielt in der kommenden Saison im selben Team wie Lukas Podolski und Per Mertesacker für die „Gunners“. In drei Partien bis zum Viertelfinal-Aus gegen Spanien wurde Giroud jeweils eingewechselt. Etwas mehr als 30 Minuten durfte der 25-Jährige insgesamt auf den Platz, auffällig war er dabei nicht.

Durchwachsene Leistungen für das Heimatland sind wohl Ursache des geplatzten Transfers von Sebastian Boenisch. Vor der EM zeigte der VfB Stuttgart großes Interesse am polnischen Werder-Verteidiger, doch vergangenes Wochenende hieß es dann, der Wechsel komme nicht zustande. Gründe seien die Verletzungsanfälligkeit des 25-Jährigen - und seine mäßigen Leistungen bei der EM.

Ein schlechtes Turnier muss aber nicht zwangsläufig Auswirkungen auf den Marktwert der Spieler und das Interesse potenzieller Arbeitgeber haben. Wesley Sneijder selbst wird trotz einer schwachen Saison mit Inter Mailand und des blamablen Aus' mit der Niederlande in der Vorrunde bei Manchester United und Manchester City gehandelt. Auch sein Landsmann Robin van Persie kann sich immer noch aussuchen, ob er bei Arsenal bleibt oder zu Real Madrid, ManCity oder Juventus Turin geht.

Dass aber selbst Topleistungen bei einer EM kein Versprechen für die Zukunft sind, zeigt das Beispiel Andrej Arschawin. Eine Saison nach der berauschenden Endrunde 2008 wechselte der Tempodribbler für rund 16,6 Millionen Euro zum FC Arsenal. Der Ballkünstler konnte dort aber nie an die EM-Leistungen anknüpfen.

Rund um Portugals Nationalteam sind die Transfergerüchte mit jedem Sieg zahlreicher geworden. Joao Moutinho, bislang sehr starker Stratege der Mannschaft, hat die portugiesische Liga noch nie verlassen - wird aber von Paris St. Germain umworben. Miguel Veloso soll am besten gleich in der Ukraine bleiben - wenn es nach dem Willen von Dynamo Kiew geht. Juventus Turin will Bruno Alves, der SSC Neapel hat dem Vernehmen nach Interesse an Raul Meireles.

Einen positiven Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung hatte auch das Turnier von Theodor Gebre Selassie. Mit Tschechien spielte sich der 25-Jährige als Gruppenerster ins Viertelfinale, kommende Saison freuen sich die Werder-Fans auf den Abwehrspieler mit äthiopischen Wurzeln.

Werder-Manager Klaus Allofs hat Gebre Selassie bis 2016 an Bremen gebunden. Zur Begründung des Transfers hieß es: „Theodor ist ein sehr talentierter Rechtsverteidiger, der unseren guten Eindruck durch gute Leistungen bei der Europameisterschaft bestätigt hat.“

dpa

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