In der Nationalmannschaft

Watzke: Dortmunder Fußball mit Bayern-Spielern nicht möglich

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Hans-Joachim Watzke

Dortmund - Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke sieht die Umsetzung des Fußballs, wie ihn Double-Gewinner Borussia Dortmund erfolgreich spielt, in der Nationalmannschaft äußerst kritisch.

 „Bayern und Borussia spielen einen sehr unterschiedlichen Fußball. Und man kann mit einer Bayern-geprägten Nationalelf nicht Dortmunder Fußball spielen - umgekehrt funktioniert das auch nicht“, sagte der BVB-Boss in einem Interview in der FAZ.

Im Vorfeld der beiden ersten Gruppenspiele in der WM-Qualifikation am Freitag (20.45/ZDF) in Hannover gegen die Färöer und am 11. September (20.30 Uhr/ARD) in Wien gegen Österreich hatte Löw mehrfach betont, dass frühzeitige Balleroberung, schnelles Umschalten in die Offensive, Ballsicherung und Konsequenz in vorderster Front, „wie das Spanien und Barcelona hervorragend beherrschen“, das deutsche Spiel in Zukunft verstärkt prägen sollen. „Borussia Dortmund macht das sehr gut“, hatte Löw dem SID bestätigt.

Wenn man drei oder vier Dortmunder Spieler dabei haben würde, „ist das für die Nationalelf schon ein anderes Thema, wie gespielt wird. Aber du kannst nicht mit acht Bayern-Spielern einen anderen Fußball spielen, als sie im Klub spielen“, ergänzte der 52-Jährige. Aber das wisse Löw auch.

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„Joachim Löw wird versuchen, das kompatibel zu gestalten. Das ist möglich. Die Spanier schaffen es mit den Spielern aus Madrid und Barcelona ja auch. Obwohl sich auch da die Spielstile unterscheiden. Aber bisher haben ja kaum Dortmunder gespielt“, sagte Watzke in dem Interview. Aber er gehe davon aus, dass die BVB-Fraktion in der Nationalmannschaft unter anderem mit Marco Reus, Mario Götze und Marcel Schmelzer größer werde.

In Dortmund sieht Watzke weiteres Entwicklungspotenzial. Sportlich „immer erfolgreicher zu werden ist derzeit relativ schwierig, wir haben ja nur noch in der Champions League Luft nach oben“, sagte Watzke. Wirtschaftlich wäre es ein Misserfolg, „wenn wir keinen internationalen Wettbewerb erreichen. Dann hätten wir eine Menge falsch gemacht.“ Man sei jedoch auf die Champions League aufgrund langfristiger Verträge mit den Sponsoren wirtschaftlich nicht angewiesen.

Unzufrieden zeigte sich Watzke mit der Zusammensetzung der Champions-League-Gruppen. „Es würde der Attraktivität der Champions League Rechnung tragen, wenn man die vier großen Ligen mit größerem Respekt behandeln würde“, sagte der BVB-Boss mit Blick auf die BVB-Gruppe mit Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam. „Alle sind aktuelle Landesmeister, drei haben schon einmal die Champions League gewonnen“, merkte Watzke kritisch an.

Wenn demnächst das Financial Fairplay komme und konsequent angewandt werde, „haben wir auch die Chance, unter die stärksten in Europa zu kommen. Wenn aber die Alternative ist, für das Achtelfinale 20 Millionen Schulden aufzunehmen, würde ich es nicht machen.“

sid

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