Spekulationen schießen ins Kraut

Ausland oder Auszeit: Was macht Magath?

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Das System Magath hat in Wolfsburg ausgedient

Wolfsburg - Ausland, Auszeit - alles scheint möglich, nur ein Job in Deutschland vorerst nicht. Über die Zukunft von Felix Magath wird wild spekuliert.

Kommentarlos verließ der erfolgreichste deutsche Trainer der letzten zehn Jahre am Donnerstag sein Reich beim VfL Wolfsburg. Ziel: unbekannt. Lediglich eins dürfte sicher sein: In der Bundesliga ist das System des mächtigen Alleinherrschers gescheitert.

Die mächtigsten Männer im deutschen Fußball

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„Ich bin mir sicher, dass der VfL Wolfsburg meine letzte Station in der Bundesliga sein wird“, hatte Magath schon kurz nach dem Antritt seiner zweiten Amtszeit im März 2011 erklärt. Daran dürfte etwas Wahres sein. Denn nicht viele Vereine werden noch an einer Zusammenarbeit mit dem deutschen Meister von 2005, 2006 und 2009 interessiert sein.

Dabei gab es bereits einen Tag nach der überraschenden Trennung Gerüchte über Angebote aus der Türkei und Italien, Magath selbst hat aus seiner Vorliebe für die englische Premier League nie einen Hehl gemacht. Vor allem, weil es dort keine Trennung zwischen Trainer- und Manager-Posten gibt. Auch ein Engagement bei einem reichen Öl-Klub in Osteuropa scheint möglich.

Denn in Deutschland erlebte Magath seit der Überraschungsmeisterschaft mit dem VfL einen enormen Imageverlust. Erst bei Schalke 04, wo er die Fans mit absurden Transfers von Ali Karimi oder Angelos Charisteas gegen sich aufbrachte, dann beim VfL, bei dem er in drei Transferperioden zwei komplette Mannschaften zusammenstellte. Und obendrein wieder einmal mit seinen Arbeitsmethoden für weitere negative Schlagzeilen sorgte.

Mit seiner autoritären Arbeitsweise scheint der 59-Jährige von der aktuellen Spielergeneration ungefähr so weit entfernt zu sein wie der Tabellenletzte vom Saisonziel Europapokalplatz. Als mögliche Retourkutsche gelangten zuletzt gezielt Informationen über den magathschen Stil an die Öffentlichkeit. Mit dem Ziel, den Trainer zu diskreditieren.

Für den Geldgeber VW war das alleine erst mal kein Problem. Für den Autobauer, der seine Fußballabteilung auch als Teil seiner Marketingstrategie sieht, um am Ende des Tages mehr Autos zu verkaufen, zählt nur eins: der Erfolg. Die Methoden sind dabei genauso zweitrangig wie die Befindlichkeiten der zugegebenermaßen fürstlich bezahlten Profis. Denn bei Europas größtem Autobauer soll es auch im Fußball international zugehen.

Erst, als neben dem Image auch der sportliche Erfolg litt, zog der Verein die Reißleine. Auch wenn offiziell von einer einvernehmlichen Trennung gesprochen wurde.

Nun beginnt in Wolfsburg die Phase der Neuorientierung. Eine ähnliche Machtfülle wie für Magath, der Trainer, Manager, Geschäftsführer und sogar Herausgeber der Stadionzeitung war, soll es dem Vernehmen nach nicht mehr geben. Und an der Besetzung der Positionen dürfte sich auch die künftige Strategie des Mutterkonzerns VW erkennen lassen. Nur wenn der Nachfolger von Magath eine vergleichbare Strahlkraft besitzt, darf weiterhin von einer ähnlich üppigen finanziellen Ausstattung des Vereins ausgegangen werden.

Im Spiel bei Fortuna Düsseldorf am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) soll es erst mal Amateurtrainer Lorenz-Günther Köstner richten. Der ist übrigens rein statistisch gesehen der erfolgreichste Bundesligatrainer der Wolfsburger. Ein „System Köstner“ in Wolfsburg ist allerdings mehr als unwahrscheinlich.

sid

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