Wackelt jetzt Magaths Stuhl?

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Felix Magath steht unter Druck

Wolfsburg - Fünf Punkte aus sechs Spielen - noch nie startete der VfL Wolfsburg unter Trainer Felix Magath so schlecht in die Saison. Jetzt könnte sogar Felix Magaths Stuhl ins Wackeln geraten.

Nachdem beim VfL Wolfsburg nicht einmal das „beste Saisonspiel“ zu einem Sieg gereicht hatte, war selbst „Heilsbringer“ Felix Magath nicht mehr unantastbar. Erste „Magath-raus“-Rufe und Fragen nach einer möglichen Entlassung machten die Runde. Nach der 0:2 (0:2)-Heimpleite und dem schlechtesten Saisonstart der Wölfe seit elf Jahren wächst der Druck auf den Meistertrainer von 2009.

„Über Fragen zu meinem Job kann ich nur mit den Schultern zucken. Ich versuche, meinen Job so gut zu machen wie es geht. Alles andere interessiert mich nicht“, sagte der 59-Jährige nach einer weiteren bitteren Enttäuschung für sein millionenschweres Starensemble. Doch mit fünf Punkten aus sechs Spielen, ganzen zwei geschossenen Toren und dem Sturz auf Tabellenplatz 16 ist die Bilanz desaströs - Abstiegskampf heißt die Realität am Mittellandkanal.

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Von einer Korrektur der Saisonziele wollte Magath aber (noch) nichts wissen. „Ich will nicht nach dem sechsten Spieltag schon Saisonbilanz ziehen. Natürlich war unser Ziel der europäische Wettbewerb, das ist er auch immer noch“, betonte er. Und wies einmal mehr daraufhin, dass sich sein Team noch in der Entwicklung befinde und durch die Negativerlebnisse zuletzt nur wenig Selbstvertrauen tanken konnte.

Doch Magath muss sich Fragen gefallen lassen. Christian Träsch, Ex-Kapitän, Ex-Stammspieler und Ex-DFB-Auswahlspieler, sollte gegen die Mainzer zum ersten Mal von Beginn an mit Vieirinha Druck über die Außen machen. Ihre hohen Flanken fanden in der Mitte allerdings nie einen Abnehmer, weil dort nicht der kopfballstarke Bas Dost, sondern der nicht gerade als Kopfballungeheuer bekannte Ivica Olic stand. Fast schon symptomatisch, dass Olic in der 67. Minute völlig frei über das Tor köpfte. Und als Dost in den zweiten 45 Minuten ins Spiel kam, stand er immer da, wo die Flanken nicht hinkamen - oder umgekehrt.

Unerklärlich blieb auch, warum sich die Wolfsburger Spieler erneut so haarsträubende Fehler in der Abwehr erlaubten und mit ihren individuellen Patzern die Gegentoren einleiteten. So wie Ricardo Rodriguez, der vor dem 0:2 seinen Gegenspieler Adam Szalai sträflich aus den Augen verlor. „Wir müssen länger mal zu null stehen, nach Gegentoren kommt oft dann die Verunsicherung“, sagte Träsch.

Viele Zuschauer schüttelten nur noch den Kopf, traten frühzeitig den Heimweg an und fragten sich, warum Magath das Team vor der Saison wieder auseinandergerissen hat. Die Leistungsträger Mario Mandzukic, Petr Jiracek und Ashkan Dejagah wurden verkauft, die Viererkette besteht zu Dreiviertel aus Neuzugängen. Gerade einmal drei Spieler der VfL-Elf hatten bereits beim 2:2 gegen Mainz in der Vorsaison in der Wolfsburger Startformation gestanden. Einer davon war Torhüter Diego Benaglio.

Zumindest am Auftaktprogramm der „Wölfe“ hat der Fehlstart bisher nicht gelegen. Aus den Spielen gegen Stuttgart (Tabellenplatz 15), Fürth (17.), Augsburg (18.) und Mainz (11.) gab es gerade einmal fünf Punkte. Beim 0:4 und 0:3 gegen die Spitzenteams Hannover und Bayern München war man gar völlig chancenlos. Am kommenden Wochenende geht es auch noch gegen Schalke 04. Und dort ist man nach der Ära Magath naturgemäß besonders motiviert.

sid

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