Stevens gibt S04-Debüt beim HSV - "Kleines Derby" in Hannover

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"Ich habe nicht Nein zum HSV gesagt, der HSV hat sich gemeldet und die Gespräche abgesagt",  erklärt Huub Stevens.

Köln - Schalke trifft mit Neu-Trainer Huub Stevens auf den Tabellenletzten Hamburger SV, wo der Niederländer auch im Gespräch war. Das "kleine Nordderby" steigt in Hannover zwischen den 96ern und Werder Bremen.

Ein Hollywood-Regisseur hätte das Drehbuch des 8. Spieltages der Fußball-Bundesliga kaum besser schreiben können: Noch vor gut einer Woche schien einem Engagement von Huub Stevens beim Tabellenletzten Hamburger SV nichts im Wege zu stehen. Doch am Ende kam alles anders. Am Sonntag (17.30 Uhr/Sky und Liga total!) steht der Niederländer tatsächlich in der Hamburger Arena an der Seitenlinie, jedoch auf Seiten des HSV-Gegners Schalke 04.

"Dass es nun mit Schalke gegen den HSV geht, mit dem ich vor kurzer Zeit noch über eine Trainertätigkeit gesprochen habe, ist eben im Fußball so", sagte Stevens nach dem 3:1-Erfolg in der Europa League gegen Maccabi Haifa am Donnerstag. Noch am vergangenen Sonntag hatte Hamburgs Sportdirektor Frank Arnesen dem 57 Jahre alten Coach abgesagt, weil dieser Sondierungsgespräche mit den Königsblauen geführt hatte.

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"Ich habe nicht Nein zum HSV gesagt, der HSV hat sich gemeldet und die Gespräche abgesagt", so Stevens in Bezug auf die überraschende Wende. Er richtet den Blick nach vorn, zurückblicken liegt dem Coach fern. Denn nun steht die Partie bei seinem Ex-Klub an, den er 2007 knapp vor dem Abstieg in die Zweitklassigkeit gerettet hatte: "Gegen den HSV wird es eine ganz andere Aufgabe als gegen Haifa. Bis zum Spiel in Hamburg müssen wir vor allem wieder Frische tanken." Sportdirektor Horst Heldt warnte: "Hamburg ist sicherlich besser, als es die Tabelle ausdrückt."

Dieser Eindruck dürfte nun auch endgültig in Hamburg Einzug gehalten haben. Nach dem katastrophalen Saisonstart scheint der Knoten nach dem ersten Sieg beim VfB Stuttgart (2:1) geplatzt. Unter Interimscoach Rodolfo Esteban Cardoso tritt die Mannschaft wieder selbstbewusst auf, von Unsicherheit kaum eine Spur. Auch die offene Trainerfrage beschäftigt die Profis nicht. "Was habe ich damit zu tun, was bei der Trainer-Suche passiert? Wir Spieler müssen uns auf Fußball konzentrieren", gab Stürmer Mladen Petric zu Protokoll.

Die "Zwischenlösung" Cardoso scheint dem lahmen HSV wieder Beine zu machen. Der ehemalige Bundesliga-Profi wirkte zwar vor seinem Debüt auf der Trainerbank nervös, will davon vor dem wichtigen Duell gegen den Pokalsieger aber nichts wissen. "Damit muss man umgehen. Ich genieße jeden Moment", sagte der Argentinier. Unter der Woche machte das Team im Training einen starken Eindruck. "Die Mannschaft hat sich gefunden und steht zusammen", so Cardoso.

Der Norden ist ebenfalls Schauplatz des ersten Sonntagsspiels zwischen Hannover 96 und Werder Bremen (15.30 Uhr/Sky und Liga total!). Das "kleine Nordderby" verspricht einen heißen Tanz: Auf der einen Seite peilen die "Kilometerfresser" aus Hannover den vierten Saisonerfolg an, auf der Gegenseite wollen die Bremer "Punktejäger" dem Brachenprimus Bayern München weiter auf den Fersen bleiben.

Slomka: "Immer ein besonderes Spiel"

Die 96er reisten unter der Woche 2000 km ins ukrainische Poltawa und holten dank des 2:1 den ersten Dreier in der Europa League. In der vergangenen Spielzeit nahm das Team von Mirko Slomka vier Zähler aus den zwei Begegnungen gegen Werder mit - Selbstvertrauen dürfte demnach zur Genüge vorhanden sein.

Doch Werders Torjäger Claudio Pizarro ist in Topform und strotzt vor Selbstbewusstsein: "Hannover hatte ein sehr gutes Jahr, aber in diesem Jahr sind wir momentan besser. Das müssen wir am Wochenende zeigen", sagte der Bremer Angreifer.

Slomka misst dem Derby einen hohen Stellenwert zu: "Hannover gegen Bremen - das ist immer ein besonderes Spiel für uns", und fügte schmunzelnd hinzu: "Und mit drei Punkten im Gepäck regeneriert es sich sowieso leichter."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Hannover 96 - Werder Bremen (So., 15.30 Uhr)

Hannover: Zieler - Cherundolo (Chahed), Haggui, Pogatetz, Schulz - Schmiedebach (Lala), Pinto - Stindl, Pander (Rausch) - Abdellaoue, Schlaudraff. - Trainer: Mirko Slomka.

Bremen: Mielitz - Sokratis, Prödl, Wolf, Schmitz - Bargfrede - Fritz, Hunt - Marin - Arnautovic, Pizarro. - Trainer: Thomas Schaaf.

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)

Hamburger SV - Schalke 04 (So., 17.30 Uhr)

Hamburg: Drobny - Westermann, Bruma, Rajkovic, Aogo - Tesche, Rincon - Lam (Castelen), Töre - Son (Guerrero), Petric. - Interimstrainer: Rodolfo Cardoso.

Schalke: Fährmann - Höger, Höwedes, Metzelder, Fuchs - Jones, Holtby - Farfan, Raul, Jurado (Draxler) - Huntelaar. - Trainer: Huub Stevens

Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)

sid

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