Völler geht auf Distanz zu Trainer Dutt

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Rudi Völler (li.) und Trainer Robin Dutt haben Gesprächsbedarf.

Leverkusen - Bayer Leverkusen hat sich zum Abschluss der Bundesliga-Hinrunde noch einmal kräftig blamiert. Sportchef Rudi Völler ging anschließend auf Distanz zu Trainer Dutt.

Für Robin Dutt wird die Luft bei Vizemeister Bayer Leverkusen immer dünner. Nach der 0:3 (0:2)-Pleite des Champions-League-Achtelfinalisten gegen Abstiegskandidat 1. FC Nürnberg ging Sportchef Rudi Völler deutlich auf Distanz zum Trainer, Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser gab dem Nachfolger von Erfolgscoach Jupp Heynckes vor der kurzen Winterpause nur noch halbherzig Rückendeckung.

Zuvor hatte sich der Vizemeister in einem Anflug von unerklärlicher Selbstüberschätzung gegen die Franken blamiert und damit die Chefetage des Werksklubs auf die Palme gebracht.

„Das einzig Positive ist, dass man nach solch einer Leistung nichts mehr unter den Teppich kehren kann, sondern wir im Trainingslager die Dinge deutlich ansprechen müssen. Man hat die gesamte Vorrunde über gesehen, dass irgendwas nicht stimmt. Das wurde dann durch kleinere Erfolgserlebnisse und zuletzt durch die Serie von sechs Spielen in Folge ohne Niederlage übertüncht. Wenn wir gegen Nürnberg gewonnen hätten, hätten wir vielleicht so weitergemacht“, resümierte Völler und rückte damit klar von Dutt ab.

Der Coach steht nach Angaben von Holzhäuser aber nicht zur Disposition, „auch wenn unsere Abschneiden mit nur 26 Punkten sicher nicht unseren Erwartungen entspricht“. Dutt selbst hielt sich nach dem Offenbarungseid seiner Mannschaft gegen den Club sichtlich zurück: „Heute ist es besser, wenn man als Trainer mal ruhig ist.“

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Die Schonfrist für den früheren Freiburger Coach in Leverkusen ist aber abgelaufen, wenngleich Holzhäuser sich bemüßigt fühlte, den Trainer aus der Schusslinie zu nehmen: „Natürlich fährt er mit ins Trainingslager. Warum sollten wir an der Planung etwas ändern?“

Unter der Sonne Portugals wird sich Dutt aber einige unangenehme Fragen gefallen müssen, wie Völler ankündigte. „Wir werden jetzt die Wunden lecken und dann nach Weihnachten alles auf den Tisch bringen. Mit den 26 Punkten nach der Hinrunde können und dürfen wir nicht zufrieden sein.“

Aber nicht nur der Coach, auch die Bayer-Profis werden ihr Fett wegbekommen. „Das war nach der Champions-League-Auslosung heute auch eine Kopfsache. Einige hatten offensichtlich nur Barcelona im Kopf und nicht den 1. FC Nürnberg. Obwohl wird im Vorfeld des Spiels darauf hingewiesen haben, hat es bei einigen offensichtlich nicht gefruchtet. Das ist schon sehr enttäuschend. Man kann sich zumindest bemühen, und davon war heute bei einigen von uns nichts zu merken“, kritisiert Völler, nachdem die Fans bereits lautstark ihrem Unmut Luft gemacht hatten: „Außer Leno könnt ihr alle gehen.“

Zufriedenheit herrschte drei Tage vor dem Pokalderby gegen die SpVgg Greuther Fürth nur beim Club, für den Daniel Didavi (8.), der frühere Leverkusener Jens Hegeler (22.) und Tomas Pekhart (73.) erfolgreich waren. „Wir haben gezeigt, dass wir noch leben, was einige ja schon bezweifelt haben. Mit dieser Einstellung werden wir den Klassenerhalt schaffen“, sagte Trainer Dieter Hecking und sein Kapitän Raphael Schäfer fügte nach dem ersten Nürnberger Sieg unter dem Werkskreuz seit dem 14. Dezember 2002 (2:0) an: „Jetzt wollen wir noch im Pokal unserer Favoritenrolle gerecht werden, und dann können wir schöne Weihnachten feiern.“

SID

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