Hecking dennoch selbstbewusst

"Bayern ist in Europa die Übermannschaft"

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Dieter Hecking reist selbstbewusst zum FC Bayern.

Wolfsburg - Wenig spricht dafür, dass ausgerechnet der VfL Wolfsburg die Rekord-Bayern ins Stolpern bringt. Auch beim VfL hält man sich vor dem Pokal-Halbfinale mit vollmundigen Ankündigungen zurück.

Mit Respekt, fast schon voller Ehrfurcht blickt der VfL Wolfsburg dem Pokal-Halbfinale bei Bayern München am Dienstag (20.30 Uhr/ARD und Sky) entgegen. Nach den mageren Auftritten in der Liga haben sich die „Wölfe“ selbst zum Außenseiter erklärt, obwohl ein Sieg die verkorkste Saison retten könnte.

„Auch wenn die Außenseiterrolle noch so groß ist, werden wir sie annehmen. Alle wissen: Bayern München ist im Moment nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa die Übermannschaft“, sagte Trainer Dieter Hecking vor der Partie beim neuen deutschen Meister und Halbfinalisten der Champions League. Er machte klar: „Da braucht man einen absoluten Sahne-Tag, Glück und vor allem eine Mannschaft, die weiß, dass sie auswärts gut spielt.“

Hecking spielte damit auf die halbwegs solide Auswärtsbilanz seiner Mannschaft an, die zuletzt viermal auf des Gegners Platz unbesiegt geblieben war. Dennoch benötige sein Team einen Glückstag. „Wenn Du ein DFB-Pokal gewinnen willst, musst Du einmal über Dich hinaus wachsen. Ich gehe davon aus, dass wir das morgen machen müssen.“

Auch wenn die Auswärtsbilanz stimmt, das Gesamtbild der „Wölfe“ in der Rückrunde lässt nur wenig Zuversicht zu. Erst am Samstag sorgten die Niedersachsen beim 2:2 gegen Abstiegskandidat 1899 Hoffenheim wieder für Ernüchterung. Mit 34 Punkten aus 29 Spielen rangiert das Team gerade mal auf Rang 13, die internationalen Plätze sind seit geraumer Zeit aus dem Blickfeld gerückt.

Hecking gab zu, dass seine Mannschaft zuletzt immer wieder von „unerklärlichen Einbrüchen“ eingeholt worden sei. Allerdings habe man oft auch Moral beweisen und Partien gedreht: „Wir haben einige Wellen drin. Das kann keiner genau erklären. Ich hoffe nur, dass wir morgen von diesen Wellen verschont bleiben.“ Manager Klaus Allofs machte indes etwas Mut: „Es hat in einem Pokal-Halbfinale schon viele Überraschungen gegeben.“

DFB-Pokal-Sensationen seit 1990

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Mit einem einzigen Sieg am Dienstag könnte der VfL der Saison noch eine Wende geben und über die Hintertür Pokal doch noch den Weg nach Europa einschlagen. Das war das erklärte Ziel von Allofs, als er in der Hinrunde den glücklosen Felix Magath als Manager beerbt hatte. Sollte jedoch das Pokal-Aus Wirklichkeit werden, muss sich das Duo Allofs-Hecking die Kritik gefallen lassen, man habe unterm Strich nicht viel mehr erreicht als Vorgänger Magath.

Etwas Mut schöpfen die Niedersachsen aus der Tatsache, dass sie beim 0:2 in der Liga am 15. Februar gegen die Bayern zeitweise gut mithielten. „Das war eine starke Leistung von unserem Team. Selbst die Bayern-Verantwortlichen haben gesagt, dass wir damals unsere beste Saisonleistung gezeigt hätten“, betonte Hecking.

Personell kann der Coach aus dem Vollen schöpfen. Zum Spiel des Jahres haben sich alle Profis zurückgemeldet. „Es wird vielleicht ein paar Veränderungen geben. Ich lass mir aber nicht in die Karten schauen“, sagte der Coach. Der 18 Jahre alte Maximilian Arnold, der beim 2:2 gegen Hoffenheim mit seinem ersten Bundesliga-Tor für einen der wenigen Lichtblicke gesorgt hatte, könnte in der Startelf stehen. In der Abwehr dürfte Alexander Madlung den Vorzug vor Simon Kjaer erhalten.

sid

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