VfL-Boss Garcia Sanz zählt Magath an

Der VfL-Aufsichtratschef Francisco Garcia Sanz (li.) erhöht den Druck auf Felix Magath.

Wolfsburg - Erstmals in seiner Zeit beim VfL Wolfsburg bekommt Trainer Felix Magath nach der bislang erneut enttäuschenden Saison Druck vom Clubeigner Volkswagen.

Es wird ungemütlicher für Felix Magath im für ihn bislang so angenehmen Wolfsburg. Vor dem Duell der gebeutelten Werksclubs VfL Wolfsburg gegen Bayer Leverkusen macht VfL-Eigner Volkswagen zum ersten Mal spürbar Druck auf den VfL-Trainer-Manager. Magath, der die Niedersachsen 2009 sensationell zum Titel und 2011 zum Klassenverbleib geführt hatte, wird deutlich an das Saisonziel Europapokal-Qualifikation erinnert. Um dies noch zu erreichen, ist für den Bundesliga-Elften nach nur einem Punkt aus den vergangenen drei Spielen am Samstag gegen Bayer ein Sieg fast schon Pflicht.

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“Ich will mich von diesem Ziel noch nicht verabschieden. Wir haben noch zehn Spiele, wir können es noch schaffen“, sagte VW-Vorstand und VfL-Aufsichtsratschef Francisco Garcia Sanz der “Wolfsburger Allgemeinen Zeitung“ (Freitag). Dies dürfte auch als Reaktion auf das dürftige 0:0 zuletzt bei Schlusslicht Kaiserslautern zu verstehen sein. Magath hatte den Punkt nach dem deftigen 0:4 auf Schalke und dem 1:2 gegen Hoffenheim als Erfolg verkauft.

Ungewohnt deutlich erinnerte das Sprachrohr von Geldgeber VW Magath nun daran, sich am - gemeinsam formulierten - Saisonziel messen lassen zu müssen: “Es wäre jetzt falsch, sich davon zu verabschieden. Der Druck muss weiterhin hochgehalten werden.“

Bislang hatte Magath bei den VW-Bossen offiziell Rückendeckung für sein in der Öffentlichkeit umstrittenes Handeln. Allein in dieser Saison hatte Magath für rund 50 Millionen Euro fast einen kompletten Spielerkader verpflichtet. Der geforderte Erfolg bleibt indes aus.

Als Elfter hat Wolfsburg acht Punkte Rückstand auf Platz sechs, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt, aber nur sechs Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Für den Anspruch des VW-Konzerns, der als Europas größter Autobauer bis 2018 die Weltspitze anstrebt, ist das viel zu wenig. Bereits vor zwei Jahren, als Wolfsburg als Meister die Gruppenphase der Champions League nicht überstand, hatte Garcia Sanz die Maxime festgelegt: “Da, wo VW vorn draufsteht, muss man auch vorn dabei sein“. Mittelmaß passt nicht ins Bild.

Dass Magath ausgerechnet jetzt mit der Verlängerung seines noch bis 2013 laufenden Vertrages kokettierte, kam bei VW offenbar gar nicht gut an. “Meinetwegen können wir das noch in dieser Saison machen“, hatte Magath vor einer Woche in einem Interview der “Wolfsburger Nachrichten“ kundgetan. “Wir sollten uns erstmal darauf konzentrieren, wieder nach oben zu kommen“, wies Garcia Sanz dies nun brüsk zurück. Überhaupt machte der gebürtige Spanier klar, dass nicht an Verhandlungen zu denken sei. “Das wäre jetzt der falsche Zeitpunkt. Wir müssen uns über andere Sachen Gedanken machen.“

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Vor zwei Wochen hatte Magath gegen Hoffenheim auch erstmals deutlich den Unmut der Fans zu spüren bekommen. In den Tagen darauf kritisierte der Vorsitzende des VfL-Fan-Dachverbandes die ständigen Wechsel in der Anfangsformation. Mit 36 eingesetzten Profis hatte Magath schon zum Rückrunden-Beginn einen Ligarekord aufgestellt. “Die Kritik unserer Anhänger ist berechtigt“, befand Garcia Sanz nun.

Magath bemühte sich bereits, die Wogen zu glätten und traf sich schon vor dem Lautern-Spiel mit den Anhängern zur Aussprache. “Einen Riss gab es zwischen uns nie“, hatte Magath anschließend verkündet. Gleichwohl appellierte er nun im Stadionmagazin zum Spiel am Samstag gegen Leverkusen erneut an die Fans. “Auf keinen Fall darf die Botschaft lauten: Fans und Mannschaft uneins. Manche hätten es gerne so, möchten uns damit schwächen. So ein Nebenkriegsschauplatz dient nur unseren sportlichen Gegnern“, schrieb Magath. Und ein Aufbaugegner für die Rheinländer nach deren 1:7-Klatsche in Barcelona will Magath nicht sein. Sonst dürfte es noch ungemütlicher werden.

dpa

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