15 Spiele ohne Sieg: Luft für Kurz bleibt dünn

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Zdravko Kuzmanovic vom VfB Stuttgart (l) setzt sich gegen Florian Dick vom 1. FC Kaiserslautern durch.

Stuttgart - Der 1. FC Kaiserslautern hat sich beim VfB Stuttgart einen Punkt erkämpft. Doch das sind zwei zu wenig für die "Roten Teufel" im Abstiegskampf. Die Luft für Trainer Marco Kurz wird dünn.

Die Pfälzer holten mit dem 0:0 beim VfB Stuttgart zwar den vierten Punkt in der Rückrunde, blieben aber im 15. Spiel in Folge ohne Sieg und auf dem letzten Tabellenplatz. Für den VfB war das Unentschieden in einer schwachen Begegnung ein Rückschlag im Kampf um die Europacup-Plätze.

Die Roten Teufel spielten engagiert, sie kämpften verbissen, aber im Spiel nach vorne ließ der schwächste Sturm der Bundesliga (16 Tore) erneut jegliche Durchschlagskraft vermissen. Immerhin hatte das Schlusslicht den besten Angriff der Rückrunde (18 Tore) um Martin Harnik und Vedad Ibisevic weitgehend im Griff. Harnik blieb nach fünf Spielen, in denen er die ligaweite Bestmarke von acht Treffern aufgestellt hatte, erstmals wieder ohne Tor.

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„Kaiserslautern stand unglaublich tief, da war es unglaublich schwierig für uns. Hätten wir das eine Tor geschossen, dann wäre bei uns der Knoten geplatzt“, sagte VfB-Torjäger Harnik bei Sky und Serdar Tasci fügte ihm bei: „Wir haben uns schwer getan, weil Kaiserslautern mit neun, zehn Mann am eigenen Sechszehner stand. Von daher geht das 0:0 in Ordnung.“

Kurz arbeitete in seiner Coaching-Zone wie so oft äußerst lauffreudig mit. Immer wieder erhob er sich aus seinem gut beheizten Stuhl auf der FCK-Bank und gab die Richtung vor, starkes Kaugummi-Kauen ließ seine Nervosität erkennen. Wenn er keine Anweisungen gab, hatte Kurz seine Hände tief in den Taschen seiner schwarzen Jacke vergraben, als würde er nach einem Plan für die Beendigung der Misere kramen. Um dieses limitierte Team aber aus dem Tal zu führen, das wurde abermals deutlich, ist eher ein Zauberstab vonnöten.

Kurz' Mannschaft, dieselbe übrigens wie beim 0:0 in der Vorwoche gegen den VfL Wolfsburg, hatte jedoch den Ernst der Lage durchaus erkannt. Mit in der Regel konzentrierter Defensivarbeit hielt sie den Angriffen des überlegenen VfB vor 50.100 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena immer wieder stand. Und wenn Harnik, Ibisevic oder ein anderer doch mal durchkam, war meist Tobias Sippel zur Stelle, der im Tor erneut Kevin Trapp vertrat. Einen Fallrückzieher von Harnik etwa wehrte Sippel mit starker Parade ab (31.).

Stuttgart muss sich den Vorwurf gefallen lassen, aus seiner Überlegenheit und phasenweise über 70 Prozent Ballbesitz zu wenig gemacht zu haben. Dabei hatten die Fans einen Sieg fest eingeplant. Meistgehörter Satz vor dem Spiel: „Die henn 14 Schbiele net gwonne, do brauchet se heut net mit afange.“

Weil es der FCK den Schwaben aber schwer machte, wusste sich Ibisevic nicht anders zu helfen als eine ebenso unbeholfene wie vom Münchner Schiedsrichter Felix Brych ungestrafte Schwalbe zu fabrizieren (53.).

Ex-Kapitän Cacau brachte ab 60. Minute noch einmal, nachdem er für den blassen Tamas Hajnal gekommen war. Der Nationalspieler scheiterte in der 82. Minute an Sippel, verfehlte nur drei Minuten später knapp das Ziel. Julian Schieber, der in der 68. Minute für Harnik gekommen war, blieb dagegen wirkungslos.

Auf der anderen Seite blieb Julian Derstroffs harmloser Versuch (19.) lange Zeit der einzige Torschuss der Gäste. Kapitän Christian Tiffert hatte Pech mit einem Schuss ans Außennetz (57.).

Der VfB hatte seine besten Spieler im umsichtigen Mittelfeld-Organisator William Kvist und dem allerdings kaum geforderten Abwehrchef Serdar Tasci. Bei Lautern gefiel neben Sippel auch Tiffert aufgrund seines nimmermüden Einsatzes.

sid

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