Europa-League-Aus

VfB gegen Rom "an Grenzen gestoßen"

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Der VfB Stuttgart tat sich in Rom schwer

Rom - Das Achtelfinal-Aus in der Europa League war abzusehen. Aber dass der chancenlose VfB Stuttgart gegen Lazio Rom derart schnell k.o. gegangen ist, sorgt für Kopfschütteln.

Der Spuk in der Europa League ist für den VfB Stuttgart endgültig vorbei. Nach einer teilweise gespenstigen Vorstellung vor der Geisterkulisse im Stadio Olimpico müssen die seit Wochen schwächelnden Schwaben schleunigst in der Fußball-Bundesliga in Form kommen. Sonst droht nach dem krachenden Achtelfinal-K.o. gegen Lazio Rom auf nationaler Ebene noch ein zäher Kampf um den Klassenverbleib. Am Sonntag soll beim Überraschungsteam Eintracht Frankfurt der nächste Rückschlag vermieden werden.

So gähnend leer wie zuvor das Stadion, so leer fühlten sich auch die in der ersten Halbzeit regelrecht vorgeführten VfB-ler nach der 1:3 (0:2)-Niederlage. Das italienische Top-Team erteilte den überforderten Stuttgartern auch ohne den weiter verletzten deutschen Nationalstürmer Miroslav Klose innerhalb von acht Tagen die zweite bittere Lektion. „Wir sind in den zwei Spielen an unsere Grenzen gestoßen. Das müssen wir akzeptieren“, analysierte Trainer Bruno Labbadia illusionslos und enttäuscht.

Vor allem im ersten Durchgang spielten die Stuttgarter wie ein heillos überforderter, unterklassiger Trainingspartner. Schonungslos deckte Lazio die Schwächen auf. Wie bei den Pleiten zuvor leistete sich der VfB verhängnisvolle Patzer. „Nach acht Minuten waren wir praktisch erledigt. Das war der Genickschlag“, kommentierte der Coach konsterniert den frühen Doppelschlag des letztlich dreifachen Torschützen Libor Kozak (6., 8. und 87. Minute).

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Sportdirektor Fredi Bobic bemängelte sichtlich angefressen: „Wir haben zwei Fehler gemacht und zwei Tore kassiert. Das darf dir auf dem Niveau nicht passieren.“ Tamas Hajnal (62.) konnte mit seinem Treffer Ergebnis und Eindruck wenigstens etwas verbessern.

Die beiden Niederlagen gegen Lazio waren aber nur die logische Folge und negativer Höhepunkt eines schleichenden Niedergangs. Problematisch ist für die Schwaben, dass derzeit nichts für eine Trendwende spricht. Verweise auf eine Steigerung nach dem Seitenwechsel und den mehrfach möglichen Ausgleich verschleiern, dass die souveränen Römer das Ganze nicht mehr zu ernst nahmen und die Zügel angesichts des sicheren Einzugs ins Viertelfinale schleifen ließen.

Der VfB muss mehrere schmerzhafte Lehren aus den beiden Lektionen ziehen. Um international mithalten zu können, reichen weder Qualität noch Quantität des erneut verletzungsbedingt geschwächten Kaders. Zudem wird es mit der Fehlerhäufigkeit und Chancenverwertung auch gegen jeden Liga-Konkurrenten äußerst schwierig.

„Wichtig ist einfach, dass wir dieses Spiel abhaken und jetzt unsere ganze Kraft und ganze Konzentration auf die Bundesliga richten“, forderte der komplett ausgeschaltete Stürmer Vedad Ibisevisc. Innenverteidiger Georg Niedermeier pflichtete bei: „Man hat gesehen, dass sie eine Klasse besser waren. Aber das sollte uns jetzt nicht weiter runterziehen, sondern wir müssen in der Liga in die Spur kommen. Da steht mit Frankfurt ein wichtiges Spiel an.“

Einzig positiver Aspekt des Ausscheidens - wenn überhaupt: Die Dreifachbelastung ist nach der Länderspielwoche vorbei. Labbadia hofft, dass „uns das dann etwas weiterhilft“. Gegen Frankfurt ist dies noch nicht der Fall. Der Trainer muss seine angeschlagenen Schützlinge bis Sonntag wieder moralisch aufrichten. Zudem soll durch einige personelle Wechsel etwas frischer Wind ins Team kommen.

dpa

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