DFL versichert: Keine Ganzkörperkontrollen

+
Kontrollzelte in der Münchner Allianz Arena

Frankfurt/Main - Die Deutsche Fußball Liga hat in der bundesweiten Debatte um das neue Sicherheitskonzept noch einmal versichert, dass es in den Stadien keine Ganzkörperkontrollen geben werde.

In einer Pressemitteilung vom Donnerstag erklärte die DFL zudem erneut: „Ein Automatismus, wonach Fan-Gruppierungen in ihrer Gesamtheit bei Fehlverhalten einzelner bestraft werden, war und ist nicht vorgesehen.“ Der Ligaverband trete auch weiter konsequent für den Erhalt der Stehplätze als wichtigen Bestandteil der Fußball-Kultur ein.“ Damit reagierte die DFL auch auf erneute Kritik der Fanorganisationen „Pro Fans“ und „Unsere Kurve“.

DFL hofft auf Einigung

Nachdem die Stellungnahmen der Klubs zum überarbeiteten Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga diesmal geräuschlos an den Verband gegangenen sind, hofft die Liga nun auf Einigkeit bei der entscheidenden Vollversammlung am 12. Dezember. Bis dahin „werden nun konkrete Anträge unter Einbeziehung der Rückmeldungen der Klubs sowie Vertretern der organisierten Fans erarbeitet“, ließ die DFL am Donnerstag, dem Ende der Rückmeldefrist, verlauten.

Das erste Positionspapier der DFL, die zuletzt intensive Gespräche mit organisierten Fan-Gruppierungen und den Sicherheitsbeauftragten geführt hat, war auf massive Kritik gestoßen. Zahlreiche Fan-Organisationen und Vereine hatten das Konzept abgelehnt.

Um diesmal einem negativen Echo zu entgehen, betonte die DFL am Mittwoch noch einmal, dass die sogenannten „Vollkontrollen“ nicht in die Statuten aufgenommen werden sollen. Auch die Bestrafung kompletter Fangruppen („Kollektivstrafen“) schloss der Verband aus. Ebenso hält die DFL nichts von „populistischen Forderungen wie beispielsweise der Einführung von Fußfesseln“.

Zudem wurde betont, dass die Liga „weiter konsequent für den Erhalt der Stehplätze als wichtigen Bestandteil der Fußball-Kultur“ eintritt. Es müsse „im Sinne des Erhalts der Fußball-Kultur“ aber „das Ziel aller Beteiligten sein, gemeinsam nicht tolerierbaren Auswüchsen entgegenzutreten.“ Damit bezieht sich die DFL auf die Verurteilung von Pyrotechnik, Rassismus und Gewalt, die weiterhin festgeschrieben werden soll.

Die DFL richtete außerdem einen Appell an alle Beteiligten. „Der Ligaverband tritt weiterhin für eine Versachlichung der Diskussion ein, die auf Basis der Fakten stattfindet und nicht ideologisch geführt wird“, hieß es in der Mitteilung vom Donnerstag: „Dieser Wunsch richtet sich ausdrücklich an alle Beteiligten - Politik, Polizei, aber auch die Vertreter der organisierten Fans.“

Sollte es im Dezember nicht zur Verabschiedung des Konzepts kommen, könnte das Heft des Handelns bei der Gewalt-Problematik von der Politik übernommen werden können. Das möchte der Verband, der das Papier nach Ablauf einer dreijährigen Frist prüfen und gegebenenfalls ändern will, weiterhin verhindern.

Auf der Mitgliederversammlung soll allerdings nicht mehr das Konzept im Paket zur Abstimmung gestellt, sondern über einzelne Punkte abgestimmt werden. Damit ist es zumindest theoretisch möglich, dass bestimmte Punkte noch kurzfristig gestrichen werden. Damit entgeht die DFL aber auch der Gefahr einer kompletten Ablehnung des Konzeptes durch die Klubs und kann so noch in diesem Jahr definitiv ein konkretes Ergebnis präsentieren - wie von der Politik gefordert.

dpa/sid

Legendäre Fußballer-Weisheiten

Legendäre Fußballer-Weisheiten

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare