Verdrängt Schürrle jetzt Poldi?

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Schürrle: Verdrängt er bald Lukas Podolski aus der Nationalmannschaft?

Stuttgart - Nach dem Brasilien-Länderspiel bahnt sich eine Wachablösung im offensiven Mittelfeld an. Der Neu-Leverkusener André Schürrle rüttelt am Thron von "Prinz Poldi". Der zeigt sich jedoch kämpferisch.

Lukas Podolski ist mit 90 Länderspielen einer der erfahrensten deutschen Nationalspieler. André Schürrle, der es gerade mal auf sechs Einsätze im DFB-Trikot bringt, könnte Podolski aber bei der EURO 2012 in Polen und der Ukraine den Stammplatz streitig machen.

Als sich Lukas Podolski schon längst wortlos in den Mannschaftsbus verdrückt hatte und hinter verdunkelten Scheiben Frust schob, stand André Schürrle nach seinem starken Auftritt immer noch im Rampenlicht. Der Leverkusener war als Poldi-Ersatz nach seiner Einwechslung in der 46. Minute zu einem der Matchwinner beim 3:2 (0:0)-Triumph der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Rekordweltmeister Brasilien avanciert.

„Es ist etwas ganz Besonderes, gegen Brasilien zu spielen. Dass mein Schuss zum 3:1 so genau gepasst hat, ist natürlich schön für mich“, sagte der frühere Mainzer, dem in der 80. Minute das vorentscheidende dritte deutsche Tor geglückt war. Aber auch nach seinem dritten Treffer im sechsten Länderspiel wollte der 20-Jährige keine Ansprüche auf einen Stammplatz anmelden.

„Natürlich will man immer spielen, aber letztlich entscheidet der Trainer“, äußerte Schürrle diplomatisch. Dass er auf dem besten Weg ist, Podolski den Rang abzulaufen, ist ihm aber bewusst. Und auch, dass er ebenso wie Überflieger Mario Götze von Borussia Dortmund gegenüber Poldi in dieser Saison einen immensen Vorteil hat. „Mario und ich stehen mit unseren Vereinen ja in der Champions League und werden so noch mehr Erfahrung auf diesem hohen Niveau sammeln. Denn dort wird mit einer sehr hohen Ballsicherheit gespielt“, sagte Schürrle, der in Stuttgart gegen Barcelonas Dani Alves, einem der besten Rechtsverteidiger der Welt, brillierte.

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Von Ballsicherheit war bei Podolski während seines 45-minütigen Auftritts nicht viel zu spüren. Der 26-Jährige, beim 1. FC Köln als Kapitän abgesetzt, wirkte lustlos und fahrig in seinen Aktionen. Und international wird der ehemalige Münchner mit den Geißböcken auf lange Sicht wohl auch keine Wettkämpfe bestreiten, sondern wohl eher wieder gegen den Abstieg spielen, wie das 0:3 zum Saisonauftakt gegen Wolfsburg vermuten lässt.

Poldi gibt sich kämpferisch

Freiwillig wird Podolski, dessen Quote von 42 Toren in 90 Länderspielen wahrlich beeindruckend ist, seinen Platz im Nationalteam aber nicht hergeben, zumal die EM 2012 in seiner Heimat Polen (und der Ukraine) ausgetragen wird. „Wenn ich meine Leistung bringe, dann gehört mir diese Position auch in den nächsten Jahren. Der Bundestrainer weiß ja, was er an mir hat. Denn ich habe in der Vergangenheit in der Nationalmannschaft schon einiges geleistet. Ich weiß aber auch, dass ich meine Leistung bestätigen muss, denn der Konkurrenzkampf ist groß“, sagte Podolski, der in diesem Jahr noch ohne Länderspieltreffer ist, nach dem Dreierpack gegen Uruguay, Österreich und Aserbaidschan im Juni. Da spürte er bereits den Atem seines Rivalen Schürrle im Nacken. Nach dem Brasilien-Spiel sind Podolskis Aktien weiter gefallen.

sid

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