Verdacht: Hooligan in Polizeiuniform

Gelsenkirchen - Der Vorwurf klingt ungeheuerlich: Ein Polizist aus Gelsenkirchen steht im Verdacht, ein Fußball-Hooligan zu sein.

Das bestätigte Konrad Kordts, Leiter der Gelsenkirchener Polizeipressestelle, am Freitag der Nachrichtenagentur dapd. Der Vorwurf bezieht sich auf Ereignisse am Rande des EM-Qualifikationsspiels zwischen Österreich und Deutschland am 3. Juni in Wien.

Dort sei der Polizeibeamte aufgegriffen worden, als rund 200 Hooligans in der österreichischen Hauptstadt randalierten. Laut Kordts seien diese Vorwürfe allerdings schon unmittelbar nach dem Länderspiel bekannt gewesen. Die Personalien des Polizeibeamten sind aufgenommen worden. Der 28-Jährige ist weiterhin im Dienst, sagte Kordts: “Zunächst gilt die Unschuldsvermutung.“

Ein Disziplinarverfahren ist den Angaben zufolge zwar eingeleitet worden, doch es ruht derzeit. Die Essener Staatsanwaltschaft habe die Aufnahme eines Verfahrens abgelehnt, da bislang keine konkreten Vorwürfe vorliegen würden, sagte Kordts: “Es kann allerdings sofort aufgerollt werden, wenn wir hinlängliche Informationen aus Österreich haben.“

Die Kollegen in Wien müssten zunächst umfangreiches Videomaterial auswerten, das am 3. Juni aufgezeichnet wurde, sagte Kordts. Zum letzten Mal hatten die Gelsenkirchener Mitte September Kontakt mit den Ermittlern aus Österreich.

Der unter Verdacht stehende Polizeibeamte besucht zurzeit die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Gelsenkirchen und ist auf dem Weg zum Kommissar. Zuletzt war er in der Einsatzhundertschaft eingesetzt - der Einheit, die auch zur Absicherung von Fußballspielen herangezogen wird.

dapd

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