Vater von Wayne Rooney verhaftet: Unruhe vor England-Spiel

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Wayne Rooney.

Liverpool - Die Verhaftung von Wayne Rooneys Vater hat die Vorbereitung der “Three Lions“ auf das letzte Spiel in Montenegro empfindlich gestört. England genügt ein Unentschieden zur direkten Teilnahme an der Fußball-Europameisterschaft.

Die Nachricht von der Verhaftung seines Vaters erreichte Englands Fußball-Nationalspieler Wayne Rooney nach der Ankunft in Montenegro. Wayne Rooney senior war am Donnerstag im Zusammenhang mit dem schottischen Fußball-Wettskandal in seinem Haus in West Derby bei Liverpool verhaftet worden. Der 48-Jährige steht neben acht weiteren Personen im Verdacht des gemeinschaftlichen Betruges. Außer Rooneys Vater wurden auch sein Onkel Richie und der schottische Fußballprofi Steve Jennings vom FC Motherwell festgenommen. Das bestätigte die Merseyside-Police am Abend auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Die Polizeiaktion erfolgte im Anschluss an eine Untersuchung der schottischen Premier-League-Partie zwischen dem FC Motherwell und Heart of Midlothian (1:2) am 14. Dezember 2010. Dem britischen Buchmacherverband waren in diesem Spiel ungewöhnlich viele Wetten auf einen Platzverweis aufgefallen.

Der “Fall Rooney“ senior platzte in die Vorbereitung der “Three Lions“ zum letzten EM-Qualifikationsspiel in Gruppe G in Montenegro. Beim Gastspiel im jüngsten UEFA-Mitgliedsland benötigt England am Freitag in Podgorica lediglich ein Unentschieden, um sich vorzeitig für die Endrunde zur Fußball-Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine zu qualifizieren.

Englands Trainer Fabio Capello versuchte, die Gemüter zu beruhigen: “Wayne ist absolut ruhig und relaxed“, erklärte der Italiener, “er hat kein Problem mit der Situation“. Auch Englands Kapitän John Terry glaubt nicht, dass sich der Superstar von Manchester United durch die Affäre beeinflussen lässt. “Wayne konzentriert sich auf sein Spiel“, sagte Terry, “das ist das Einzige, was für uns zählt.“

Mit 17 Zählern aus sieben Spielen führt England die Tabelle souverän an. Nur eine Niederlage auf dem Balkan und ein Erfolg der Montenegriner am kommenden Dienstag in der Schweiz könnten das Unternehmen EURO 2012 für den Fußball-Weltmeister von 1966 noch gefährden.

Capello wird trotz der guten Ausgangslage an seiner erfolgreichen Offensivtaktik festhalten. Neben Wayne Rooney setzt Capello voraussichtlich auf Darren Bent von Aston Villa als zweiten Angreifer. Mit Liverpools Andy Carroll, Danny Welbeck von Manchester United und Bobby Zamora vom FC Fulham hat Capello drei weitere hochkarätige Offensivkräfte in der Hinterhand. Mittelfeldspieler Gareth Barry von Bayern Münchens Champions-League-Kontrahent Manchester City will mit einem Dreier ein unangenehmes Deja-Vu-Erlebnis vermeiden.

“Wir haben uns 2009 souverän für die Weltmeisterschaft qualifiziert und dann in Südafrika bitter enttäuscht“, so der 30-Jährige gegenüber BBC Sport, “daraus müssen wir lernen und es dieses Mal besser machen.“ Im Hinspiel im Londoner Wembleystadion erwies sich Montenegro beim 0:0 am 12. Oktober 2010 als unangenehmer Gegner.

dpa

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