Viele Stars fehlen

USA-Reise: Löw in Not

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Für Joachim Löw ist die Nominierung seines Kaders für die USA-Reise ein äußerst schwieriges Unterfangen. Am Donnerstag gibt der Bundestrainer sein Aufgebot bekannt, in dem viele Stars fehlen.

München - Für Joachim Löw ist die Nominierung seines Kaders für die USA-Reise ein äußerst schwieriges Unterfangen. Am Donnerstag gibt der Bundestrainer sein Aufgebot bekannt, in dem viele Stars fehlen.

Deutschland im Fußball-Fieber, der Bundestrainer in Not: Während das Traumfinale in der Champions League zwischen Borussia Dortmund und Bayern München die Massen elektrisiert, steht der Bundestrainer bei der Nominierung seines Kaders für die anstehende USA-Reise vor erheblichen Problemen. Seit Wochen tüftelt der 53-Jährige angesichts der massiven Ausfälle an einem schlagkräftigen Kader für den Trip vom 22. Mai bis 4. Juni.

Am Donnerstag wird Löw in Frankfurt sein Rumpf-Aufgebot für die beiden Länderspiele am 29. Mai in Boca Raton gegen Ecuador und am 1. Juni in Washington gegen die USA benennen. Viele Stars, angeführt von den Bayern um die beiden Kapitäne Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger bis hin zu Sami Khedira und Mesut Özil, werden fehlen. Dafür werden die Leverkusener Philipp Wollscheid und Sidney Sam voraussichtlich ihr Debüt feiern. Aaron Hunt (Bremen), Andreas Beck (Hoffenheim) oder Dennis Aogo (Hamburg) stehen zudem vor der Rückkehr in die Nationalmannschaft.

Weiterhin halten sich die Gerüchte, dass wegen der Personalprobleme möglicherweise die Nationalspieler aus Dortmund nach dem Endspiel in London sowie Miroslav Klose, der ebenfalls am 26. Mai mit Lazio Rom das italienische Pokalfinale bestreitet, noch in die USA nachreisen werden. Löw hält sich seit Wochen bedeckt, wenn es um die Planungen geht.

Teammanager Oliver Bierhoff baut auf jeden Fall schon einmal vor. „Natürlich werden wir mit Kritik rechnen müssen, gerade in dieser Phase der großen Begeisterung durch das deutsche Champions-League-Finale“, sagte der 45-Jährige der Sport Bild. Natürlich werde nicht „die erste Garde auflaufen, trotzdem wird die Mannschaft eine gute Qualität haben. Die Spieler, die wir eingeladen haben, waren alle begeistert, dass sie dabei sind. Diese Begeisterung muss auch auf dem Spielfeld rüberkommen.“

Es fehlen zumindest zu Beginn der Reise 17 Spieler vom Stamm der DFB-Auswahl: sechs aus Dortmund, acht vom FC Bayern, die am 1. Juni auch noch im DFB-Pokalfinale gegen Stuttgart stehen, Klose, Khedira und Özil. Beide beenden mit Real Madrid die Saison der Primera Division ebenfalls erst am 1. Juni.

Auf U21-Spieler wie Patrick Herrmann (Gladbach), Sebastian Rode, Sebastian Jung (beide Frankfurt), Kevin Volland (Hoffenheim) oder Lewis Holtby (Tottenham) will Löw wegen deren Vorbereitung auf die EM nicht zurückgreifen - hatte er zumindest zuletzt erklärt.

Kandidaten vom VfB Stuttgart wie Serdar Tasci, Georg Niedermeier oder Christian Gentner kommen ebenfalls nicht infrage. Ein Fragezeichen steht nach wie vor hinter Lukas Podolski vom FC Arsenal, den seit Wochen immer wieder eine Knöchelverletzung plagt.

Bleiben Löw nicht allzu viele Alternativen. Im Tor stellen sich Rene Adler (HSV) und Ron-Robert Zieler (Hannover) in Abwesenheit von Manuel Neuer von selbst auf. Von Schalke dürften Roman Neustädter, Benedikt Höwedes und Julian Draxler nominiert werden. Per Mertesacker (FC Arsenal) sowie Andre Schürrle und Lars Bender (beide Leverkusen) sind gesetzt.

Aus Hamburg werden neben Aogo noch Heiko Westermann und Marcell Jansen, der unlängst schon gegen Kasachstan sein Comeback gefeiert hatte, dabei sein. Mögliche Kandidaten wären auch die Freiburger Max Kruse, Matthias Ginter oder Oliver Sorg, wobei Ginter und Sorg wiederum auch in der U21 spielen könnten. Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen hat zudem Mittelfeldspieler Alexander Meier (15 Bundesliga-Saisontore) ins Gespräch gebracht - der ist aber schon 30 und hat somit wenig Perspektiven.

Dies gilt nach wie vor auch für den derzeit besten Liga-Torschützen Stefan Kießling von Bayer Leverkusen. Der 29 Jahre alte Angreifer wird von Löw seit 2010 ignoriert. Kießling verkündete deshalb zuletzt indirekt seinen Rücktritt aus der Nationalelf. Er fährt nach dem letzten Bundesliga-Spieltag am Samstag lieber in den Urlaub statt in die USA.

SID

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