"Unverschämtheit!" Suff-Skandal zieht Kreise

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Slawomir Peszko (r.) sorgt für Ärger

Köln - Der 1. FC Köln hat auch am Osterwochende seinem Ruf als Chaosklub der Bundesliga alle Ehre gemacht. Slawomir Peszko zeigt nach seinem Suff-Skandal Reue.

Nur wenige Stunden nach dem 1:1 (1:1) gegen Werder Bremen, das kurzfristig die Gemüter am Geißbockheim beruhigt hatte, erschütterte der nächste Skandal den abstiegsgefährdeten Traditionsverein. Der polnische Nationalspieler Slawomir Peszko war am frühen Sonntagmorgen in einer Ausnüchterungszelle der Polizeistation Köln Kalk gelandet, nachdem er angetrunken in einem Taxi auf dem Weg von der Domstadt nach Düsseldorf randaliert haben soll. Nach Angaben des Taxifahrers soll der 27-Jährige sich unter anderem von der hinteren Sitzbank nach vorne gebeugt und mehrfach auf das Taxameter geschlagen haben.

„Ich bin tief enttäuscht. Ich habe erst gedacht, das ist ein Aprilscherz. Slawo ist gegen Mainz natürlich nicht dabei. Ich muss meinen Spielern vertrauen können. Was er getan hat, ist nicht zu akzeptieren“, sagte ein maßlos enttäuschter FC-Trainer Stale Solbakken, der immer neue Nackenschläge bei den Domstädtern verkraften muss. Bereits im Februar hatte Miso Brecko im Anschluss an eine Karnevalsfeier stark alkoholisiert einen Autounfall verursacht und deshalb seinen Führerschein verloren.

Peszko schoss nun nach einer ohenhin turbulenten Woche bei den Kölnern den Vogel ab. „Was da passiert ist, ist eine absolute Unverschämtheit dem Klub und den Kollegen gegenüber und nicht zu akzeptieren. Wir haben mit dem Spieler sofort gesprochen und sportliche, arbeitsrechtliche und finanzielle Maßnahmen getroffen“, sagte FC-Geschäftsführer Claus Horstmann. Angeblich wurde der Mittelfeldspieler mit einer Geldstrafe von 25.000 Euro belegt. Zudem droht Peszko beim 1. FC Köln ebenso der Rauswurf wie bei der polnischen Nationalmannschaft.

„Ich habe ihm schon einmal eine ähnliche Eskapade verziehen. Das ist nicht entschuldbar und wirft ein schlechtes Licht auf alle polnischen Spieler, sogar die von Dortmund“, sagte der polnische Nationaltrainer Franciszek Smuda. Durch diese Aktion habe sich Peszko selbst von der EM „fast abgemeldet“. Nach Angaben eines polnischen Internetportals steht das EM-Aus von Peszko bereits fest. Am Mittwoch soll es aber wohl noch ein Gespräch zwischen dem Profi und Smuda geben, der sich das Bundesliga-Spitzenspiel Borussia Dortmund gegen Bayern München in der Westfalenmetropole anschauen wird.

Der Sünder entschuldigte sich zwar bei seinem Trainer, bei seinen Mitspielern und den Fans, eine Rückkehr in den Kader scheint in naher Zukunft aber ausgeschlossen. „Die Geschehnisse aus der Samstagnacht tun mir sehr leid. Ich befand mich zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort und ich habe mich unprofessionell verhalten“, ließ Peszko über die FC-Homepage ausrichten und fügte reumütig hinzu: „Ich akzeptiere die Entscheidung des Vereins. Es tut mir als Profi weh, dass ich meinen Verein in dieser schwierigen Phase in Mainz nicht unterstützen kann. Ich verspreche dem FC und unseren treuen Fans, alles bis zum Letzten zu geben, um mit unserer Mannschaft weiter für den Klassenerhalt zu kämpfen, wenn ich die Chance vom Trainer bekomme.“

Moralische Unterstützung erhielt Pesko von Lukas Podolski. „Peszko hat sich entschuldigt. Er hat sich noch nie was zu Schulden kommen lassen hier. Ich denke, man sollte das Thema jetzt abhaken“, sagte der gebürtige Pole dem Express und meinte weiter: „Es hilft jetzt hier keinem, das Team und den ganzen Verein in den Dreck zu ziehen, sondern es geht um viel mehr. Darum, in der Liga zu bleiben. Der FC muss erstklassig bleiben.“

Solbakken, der erst in der vergangenen Woche vier Profis mit Torjäger Milivoje Novakovic an der Spitze aus dem Kader geworfen hatte, beorderte aber zunächst mal Kevin Pezzoni wieder in den Kader für das Spiel am Dienstag beim FSV Mainz 05 (20.00 Uhr/Sky und Liga total!). Novakovic, der sich trotz eines Maulkorbs in einem Interview kritisch dem Klub gegenüber geäußert hatte, bleibt zunächst verbannt. Keine gute Vorzeichen für den Karnevalsgipfel in Mainz, wo den Kölnern der Absturz auf Platz 17 droht.

sid

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