HSV unter Zugzwang - Magath trifft auf Schalke

Düsseldorf - Während die Bayern mit dem Heimspiel gegen Freiburg eine lösbare Aufgabe haben, will der Bundesliga-Dino aus Hamburg mit einem Erfolg endlich die Rote Laterne abgeben.

In der Vorsaison lief beim Branchenprimus vieles schief, in den vergangenen Wochen jedoch fast alles nach Plan. Rekordmeister FC Bayern München rangiert nach langer Abstinenz wieder in standesgemäßen Regionen - ganz oben. Die erste Tabellenführung seit 16 Monaten sorgt rechtzeitig vor dem Start in die Gruppenphase der Champions League für Zuversicht. Ein Heimsieg über den SC Freiburg soll auf die Partie beim FC Villareal einstimmen und die nationale Pole-Position festigen. “Wir sind jetzt Tabellenführer. Mit weiteren drei Punkten können wir uns an der Spitze etablieren“, sagte Sportdirektor Christian Nerlinger vor dem fünften Spieltag.

Die Chancen auf eine gelungene Generalprobe stehen gut. Zur Freude von Trainer Jupp Heynckes präsentierte sich die Abwehr zuletzt als sattelfest und musste seit dem Ligastart erst einen Gegentreffer hinnehmen. Zudem hat Torjäger Mario Gomez seine muskulären Probleme überwunden und sich nach der Länderspielpause fit zurück gemeldet. Offen bleibt dagegen, ob Arjen Robben (Schambeinentzündung) wieder eingesetzt werden kann. Trotz der dürftigen Bilanz mit nur einem Punkt aus den vorigen 17 Partien gegen den FC Bayern traut Freiburgs Coach Marcus Sorg seinem Team eine Fußball-Überraschung zu: “Vielleicht können wir etwas Irrationales abrufen.“

Anders als in München kann in Hamburg von einem verheißungsvollen Saisonstart nicht die Rede sein. Der Umbau des Kaders ist dem Bundesliga-Dinosaurier bisher schlecht bekommen. Nach nur einem Punkt aus vier Spielen steht das Schlusslicht im 95. Nordderby bei Werder Bremen mächtig unter Druck. Obwohl Trainer Michael Oenning saisonübergreifend seit elf Spielen auf einen Sieg wartet, droht ihm nach Aussagen der Clubführung auch im Falle einer weiteren Schlappe keine Beurlaubung. “Von allen Gegnern in der Bundesliga ist es gegen Bremen am wichtigsten zu punkten. Die Mannschaft steht in der Pflicht“, sagte Oenning.

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Ähnlich wie beim HSV klafft beim VfL Wolfsburg (3 Punkte) ein tiefer Graben zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Nur wenige Monate nach seinem Abschied vom FC Schalke muss sich Trainer Felix Magath erneut einer Diskussion über seine dubiose Einkaufspolitik stellen. Das sorgt vor dem Duell gegen seinen ehemaligen Club für zusätzliche Aufregung. Genau wie das wenig freundschaftliche Verhältnis zwischen Magath und Schalke-Coach Ralf Rangnick. “Für mich spielt das keine Rolle. Wir spielen nicht gegen Felix Magath, sondern gegen Wolfsburg“, kommentierte Rangnick im Vorfeld der brisanten Partie.

Alle Hoffnungen auf einen stabilen Aufwärtstrend erwiesen sich nicht nur in Wolfsburg, sondern auch in Stuttgart als Wunschdenken. Nach zwei 0:1-Niederlagen wächst im Umfeld des VfB die Ungeduld. Im Fall einer Heimpleite gegen Hannover droht ein ähnlich schlechter Saisonstart wie im Vorjahr. Gleichwohl rief Trainer Bruno Labbadia alle Beteiligten vor der Partie gegen 96 dazu auf, “nicht in Hektik zu verfallen“. “Wir haben schon wesentlich schwierigere Situationen gehabt“, sagte der Fußball-Lehrer in Anspielung auf den zurückliegenden Abstiegskampf.

Nur mit großer Mühe hielt sich Titelverteidiger Borussia Dortmund bisher in der Spur. Die Leichtigkeit und Spielkunst aus der Meistersaison gab es bisher nur im ersten Punktspiel gegen den HSV zu bestaunen. Dennoch könnte sich die Borussia mit einem Sieg gegen Aufsteiger Hertha BSC vorerst in oberen Tabellenregionen festsetzen. “Es ist notwendig, dass wir uns in die Saison reinbeißen“, kommentierte Trainer Jürgen Klopp Medienberichte von einem wenig berauschenden Saisonstart.

dpa

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