Uwe Neuhaus

Überraschung: Union Berlin trennt sich von Trainer

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Uwe Neuhaus.

Berlin - Trainer Uwe Neuhaus muss Union Berlin nach sieben Jahren überraschend zum Saisonende verlassen - und verliert damit auch seine Stellung als dienstältester Übungsleiter im deutschen Profifußball.

Das verflixte siebte Jahr: Die Ära Uwe Neuhaus an der Alten Försterei ist am Saisonende Geschichte. Fußball-Zweitligist Union Berlin gab am Samstagmorgen etwas überraschend die Trennung von seinem langjährigen Trainer bekannt, der 54-Jährige war seit Juli 2007 Coach der Eisernen und damit gemeinsam mit Sven Köhler (Halle) auch dienstältester Übungsleiter im deutschen Profifußball.

„Nach gründlicher Analyse der sportlichen Situation sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass für eine erfolgreiche Arbeit in der kommenden Saison ein mentaler und emotionaler Neustart im sportlichen Bereich notwendig ist“, sagte Union-Präsident Dirk Zingler: „Ein personeller Wechsel auf der Cheftrainerposition bietet die Chance für einen solchen Neustart.“

Es ist ein nett verpackter Rauswurf, die Verzögerung ein Abschiedsgeschenk für den verdienten Coach. Trotzdem wird Neuhaus für die restlichen drei Spiele zur „lahmen Ente“ ohne Perspektive, am Montag gegen den 1. FC Kaiserslautern (20.15 Uhr/Sky und Sport1) beginnt seine kurze Abschiedstournee, die Ära endet mit einem Heimspiel gegen 1860 München.

Dabei hatte sich der Abschied lange überhaupt nicht angedeutet. Noch Anfang März lagen Neuhaus und Union auf Aufstiegskurs, erst im November war sein Vertrag vorzeitig um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2016 verlängert worden. Den Ausschlag gab anscheinend die rapide abfallende Formkurve der letzten Wochen, aus den letzten neun Spielen gelang nur ein einziger Sieg.

Neuhaus nahm die Entscheidung gefasst. „Die nach dem hervorragenden Start in die Saison, aber einer auch für mich enttäuschenden Rückrunde getroffene Entscheidung des Vereins bedauere, aber respektiere ich“, sagte der frühere Profi: „Zusammen mit der Mannschaft werde ich alles daran setzen, die Saison so erfolgreich wie möglich zu Ende zu bringen.“

Neuhaus hatte im Juli 2007 seine Arbeit in Berlin-Köpenick aufgenommen und war seit Januar 2014 der am längsten amtierende Trainer seit der Klubgründung im Januar 1966. In der Saison 2007/2008 hatte Neuhaus das Team aus der Hauptstadt zunächst in die neu geschaffene 3. Liga geführt, ein Jahr später gelang Union als erstem Drittligameister der souveräne Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Dass die Berliner Verantwortlichen für die neue Saison deutliche Veränderungen planen, wurde bereits deutlich. Die teils langjährigen Spieler Patrick Kohlmann, Marc Pfertzel, Baris Özbek, Adam Nemec, Jan Glinker und Christian Stuff stehen bereits als Abgänge fest.

dpa

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