Nach der Ergebnis-Annullierung

Ullrich will Armstrongs Tour-Siege nicht

ARCHIV - Sieger Lance Armstrong (l) vom Team Discovery Channel und der Drittplatzierte Jan Ullrich vom Team T-Mobile während der Siegerehrung der Tour de France auf den Champs Elysees in Paris (Archivfoto vom 24.07.2005).

München - Jan Ullrich erhebt keine Ansprüche auf drei Tour-de-France-Titel seines seit Freitag aus allen Ergebnislisten ab 1998 gestrichenen ehemaligen Rivalen Lance Armstrong.

„Ich werde mich sicherlich nicht mit fremden Federn schmücken“, sagte Ullrich dem Nachrichtenmagazin Focus. Der selbst als Dopingsünder verurteilte Tour-Sieger von 1997 hatte bei Armstrongs Erfolgen 2000, 2001 und 2003 jeweils den zweiten Platz belegt. Dadurch gilt Ullrich formal für den Fall der Aberkennung von Armstrongs Erfolgen als ein Anwärter auf die jeweiligen Titel.

Ullrich begründete seine Haltung mit sportlichen Aspekten und nicht mit moralischen Problemen aufgrund seiner Doping-Vergangenheit. „In den Jahren war Lance einfach besser als ich. Das akzeptiere ich - damals wie heute“, sagte der Wahl-Schweizer.

Armstrongs Absetzung als Sieger von insgesamt sieben Frankreich-Rundfahrten ist trotz der Annullierung seiner Ergebnisse aus den vergangenen 14 Jahren und seiner lebenslangen Sperre durch die US-Anti-Doping-Agentur USADA noch nicht offiziell. Als einzige Instanz könnte der Weltverband UCI dem Texaner die Erfolge aberkennen, allerdings hat die UCI noch keine konkrete Stellung zur Entwicklung im Fall Armstrong genommen.

Fraglich ist außerdem, ob angesichts der Doping-Problematik auch anderer Tour-Zweiter in den Jahren von Armstrongs Siegen überhaupt neue Gewinner ernannt würden. Nach dem Dopinggeständnis des 1996er Siegers Bjarne Riis (Dänemark) kürte der Tour-Veranstalter ASO vor fünf Jahren keinen neuen Titelträger.

Der Weltverband UCI lehnte eine Annullierung von Riis' Titel ab, da das betreffende Dopingvergehen zum Zeitpunkt des Geständnisses des dänischen Rennfahrers im Jahr 2007 bereits verjährt war. Die Verjährungsfrist der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA für Dopingverstöße beträgt acht Jahre. Diesem Kriterium zufolge könnte Armstrong nur noch sein letzter Tour-Titel von 2005 aberkannt werden.

SID

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