Champions-League-Auftakt verpatzt

Elfer-Festival: Gladbach geht bei Sevilla unter

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Roel Brouwers (l.) verursachte den zweiten Elfmeter gegen den FC Sevilla.

Sevilla - Borussia Mönchengladbach hat sein erstes Champions-League-Spiel seit langer Zeit verpatzt. Die Fohlenelf hatte gegen den Europa-League-Sieger FC Sevilla keine Chance.

Nächster Fehlstart für die Fohlen: Borussia Mönchengladbach hat zum Auftakt der Champions League seine bittere Talfahrt fortgesetzt. Das Bundesliga-Schlusslicht verlor beim FC Sevilla nach zwei verwandelten Foulelfmetern und einem Patzer von Torhüter Yann Sommer mit 0:3 (0:0) und zahlte bei seiner Rückkehr in die Königsklasse nach 37 Jahren kräftig Lehrgeld.

Kevin Gameiro (47.) und Ever Banega (66.) leiteten mit ihren Strafstößen die verdiente Niederlage der schwachen Borussia ein, die schon in der Liga die ersten vier Spiele verloren hatte. Gameiro, dessen Elfmeter zum 1:0 umstritten war, setzte zudem einen weiteren Foulelfmeter an die Latte (50.). Den Endstand stellte der kurz zuvor eingewechselte Jewgen Konoplyanka (84.) her - Sommer sah dabei ganz schlecht aus.

„Wir müssen weitermachen. Die Ansätze waren da, die Elfmeter haben uns aus dem Konzept gebracht“, sagte Sportdirektor Max Eberl bei Sky. „Es geht weiter! Das wir hier nicht in einen Offensivrausch verfallen, war uns klar.“ André Hahn war die Enttäuschung anzusehen. „Wir waren froh, dass die Null zur Pause stand - so wollten wir auch in die zweite Halbzeit gehen. Aber das ist uns nicht gelungen“, sagte der Gladbacher.

Das Team von Trainer Lucien Favre bot dem Europa-League-Sieger aus Spanien zwar zu Beginn die Stirn, war am Ende aber besonders in der Offensive erneut viel zu harmlos und zeigte eine ernüchternde zweite Halbzeit mit großen Lücken in der Defensive. Angesichts der weiteren Brocken Juventus Turin und Manchester City wird somit wohl schon das Erreichen von Platz drei in der „Todesgruppe“ D zur Herkulesaufgabe.

Vor 36.959 frenetischen Zuschauern im Hexenkessel Estadio Ramon Sanchez-Pizjuan wirkte die Borussia zu Beginn gefestigter und auch mutiger als in den vergangenen Wochen, für eine Überraschung reichte das aber nicht. Ab der 25. Minute hatte Sevilla das Heft in der Hand, somit reist Gladbach am Samstag ohne das erhoffte Selbstvertrauen zum rheinischen Derby beim 1. FC Köln.

Schon in der fünften Minute hatte Gladbach großes Glück: Vitolo traf den linken Pfosten, Kapitän Jose Antonio Reyes setzte den Nachschuss aus kurzer Distanz über das Tor. In einer temporeichen Anfangsphase hatten auch die Fohlen durch Roel Brouwers (7.) und Ibrahima Traore (16.) gefährliche Szenen, waren im Abschluss aber zu harmlos.

Größtes Manko blieben die unnötigen Ballverluste im Mittelfeld, die Sevilla immer wieder zu schnellen Vorstößen einluden. Die Hausherren übernahmen zunehmend die Spielkontrolle, der starke Gameiro köpfte zunächst ans Außennetz (30.), ehe er eine Direktabnahme knapp über das Tor setzte (35.).

Unmittelbar nach der Pause stand erneut Gameiro im Blickpunkt. Nach einem überflüssigen Ballverlust von Lars Stindl legte Vitolo den Ball an Sommer vorbei, der Schlussmann berührte den Angreifer leicht, Schiedsrichter Pavel Kralovec (Tschechien) entschied auf Elfmeter. Gameiro jagte den Ball unhaltbar unter die Latte.

Nur drei Minuten später brachte Roel Brouwers erneut Vitolo zu Fall, diesmal landete Gameiros Schuss vom Punkt an der Unterkante der Latte. Doch damit nicht genug: Eine weitere Viertelstunde später gab es nach einem Foul von Kapitän Tony Jantschke an Gameiro den dritten Elfmeter. Diesmal durfte Banega antreten und ließ Sommer keine Chance.

Gladbach gab sich anschließend auf, leistete kaum noch Gegenwehr. Beim dritten Gegentor patzte auch noch der zuvor starke Sommer.

sid

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